Das Eigenheim betreten noch bevor es gebaut ist: Eine spezielle Virtual-Reality-Brille und eine Software der Brüder Denni sund Marc
Heineking aus Landesbergen soll es möglich machen. HM Innovation

Das Eigenheim betreten noch bevor es gebaut ist: Eine spezielle Virtual-Reality-Brille und eine Software der Brüder Denni sund Marc Heineking aus Landesbergen soll es möglich machen. HM Innovation

Landesbergen/Oldenburg 14.03.2017 Von Die Harke

Schon vor dem Bau ein Blick ins Eigenheim werfen

Zwei Landesberger wollen mit Virtual-Reality-Brille Immobilienbranche umkrempeln / Innovationspreis erhalten

Dennis und Marc Heineking sagen Musterhäusern den Kampf an. Seit September sind die beiden Brüder aus Landesbergen mit ihrer neugegründeten Firma „HM Innovation“ am Start. Sie programmieren eine spezielle Software für die Immobilienbranche. Mit dieser können Architekten und Bauherren schon vor dem ersten Spatenstich ihr künftiges Bauobjekt begehen – in der virtuellen Welt. „Wir wollen die Immobilienbranche modernisieren“, sagt Geschäftsführer Dennis Heineking. Dennis und [DATENBANK=3293]Marc Heineking[/DATENBANK] sagen Musterhäusern den Kampf an. Seit September sind die beiden Brüder aus Landesbergen mit ihrer neugegründeten Firma „HM Innovation“ am Start. Sie programmieren eine spezielle Software für die Immobilienbranche. Mit dieser können Architekten und Bauherren schon vor dem ersten Spatenstich ihr künftiges Bauobjekt begehen – in der virtuellen Welt. „Wir wollen die Immobilienbranche modernisieren“, sagt Geschäftsführer Dennis Heineking.

„Durch Virtual Reality fühlt sich der Nutzer in die virtuelle Immobilie hineinversetzt“

Es soll den Besuch von Musterhäusern überflüssig machen, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma. Parks mit Fertighäusern hätten dann ausgedient.

Und so funktioniert es: Mit dem Blick durch eine spezielle Brille gelangt der Nutzer in eine dreidimensionale künstliche Realität. Hier bekommt er einen Rundblick durch seine geplante Immobilie. Der Nutzer kann das Schlafzimmer betreten, das Wohnzimmer ablaufen oder den Flur entlang schauen. Die beiden Brüder machen sich dabei die sogenannte Virtual-Reality-Technologie (VR) zunutze. Dabei wandeln sie 3D-Entwürfe der Immobilien am Computer in VR-Dateien um. „Durch Virtual Reality fühlt sich der Nutzer in die virtuelle Immobilie hineinversetzt“, sagt Heineking. Das sei schon vergleichbar mit einer realen Wohnungsbesichtigung.

Und die Technologie kann noch mehr: Mit einer Fernbedienung in der Hand lässt sich die virtuelle Immobilie auch einrichten. Ob ein dunkler Parkettboden zum roten Sessel passt, kann der Nutzer mit ein paar Klicks ausprobieren. Dazu lassen sich auch die Lichtverhältnisse zu bestimmten Tageszeiten anpassen. „Der Kunde kann so schon vorab schauen, ob seine Entwürfe auf dem Papier in der Realität gut aussehen würden“, sagt Heineking. „Und falls nicht, kann er Änderungen vornehmen, bevor es zu spät ist.“

Auf die Geschäftsidee kam der jüngere der beiden Brüder, Marc Heineking, während des Studiums. Der 23-Jährige studierte Marketing im US-amerikanischen Miami. Dort traf er auf den IT-Studenten Marko Bazulic – und schmiedete mit ihm erste Pläne. „In den USA sind die 360-Grad-Videos und Virtual Reality immer beliebter geworden“, sagt Marc Heineking. Die meisten hätten die Technologie aber zum Computerspielen genutzt. Der 23-Jährige war sich jedoch schnell sicher: „Damit geht noch mehr.“ Zurück in Deutschland holte er seinen Bruder Dennis als Geschäftsführer hinzu. Dieser hat Betriebswirtschaft studiert und bereits während seiner Ausbildung zum Logistiker in leitender Position gearbeitet.

„Dass aus der Idee nun eine Firma geworden ist, macht uns stolz“, sagt Heineking. Einen ersten Erfolg konnten die jungen Landesberger bereits verbuchen: Bei der sogenannten Prototypenparty in Oldenburg gewannen sie mit ihrer Firma den Publikumspreis für die beste Produktidee. Hier stellen Studenten, Jungunternehmer und Tüftler ihre Prototypen vor und bekommen Feedback von eingeladenen Gästen.

Einer dieser Gäste war Jürgen Bath, Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums Oldenburg. Es ist der Firmensitz vieler junger Unternehmen. Bath ließ sich vom Produkt begeistern – und lud die jungen Studenten am nächsten Morgen zum Gespräch ein, um sie nach Oldenburg zu holen. „Die entspannte Arbeitsatmosphäre und das Netzwerk des Zentrums haben uns dann überzeugt, von Landesbergen nach Oldenburg zu ziehen“, berichtet der 27-Jährige.

Die wohl größte Herausforderung des jungen Unternehmens: Überzeugungsarbeit leisten. Nur wenige können sich vorstellen, wie unser Produkt funktioniert. Deshalb seien viele zunächst skeptisch. „Ein wenig Mut gehört dazu“, sagt Heineking. „Aber jeder, der die Brille dann einmal aufgesetzt hat, war begeistert.“

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Erstellt:
14. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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