Was sind die richtigen Maßnahmen während Corona, was ist überzogen, was reicht nicht aus? Und warum meckern die Deutschen so gerne? Foto: Pixabay

Was sind die richtigen Maßnahmen während Corona, was ist überzogen, was reicht nicht aus? Und warum meckern die Deutschen so gerne? Foto: Pixabay

Nienburg 07.06.2020 Von Edda Hagebölling

Schon wieder im Nörgelmodus?

Guten Tag

Noch immer beherrscht Corona unseren Alltag. Und unsere Gespräche. Worüber haben wir uns eigentlich bis zum März 2020 unterhalten, wenn wir uns auf der Straße oder vor dem Lebensmittelgeschäft getroffen haben? Keine Ahnung.

Allerdings belegen Fälle wie die in Göttingen, dass es nach wie vor gute Gründe gibt, Corona ernstzunehmen. Lockerungen werden wieder zurückgefahren, Schulen teilweise sogar wieder komplett geschlossen. Albtraum.

Würden die Auswirkungen von Göttingen jedoch dazu führen, dass die Verschwörungstheoretiker und anderen Wirrköpfe, die in letzter Zeit lautstark gegen die Corona-Regeln zu Felde gezogen sind, sich besinnen, hätte das gemeinsame Shisha-Rauchen wenigstens noch etwas Gutes.

„Wo ist denn Corona?“ Sehen auch Sie den Mann, der diese Frage wütend in ein Mikrofon brüllte, noch deutlich vor sich? Geht’s diesen Leuten etwa doch zu gut? Oder haben Sie sich ihre eigene Welt bei Facebook zusammengeklickt?

Selbst, wer beschaulich in seinem Einfamilienhaus in der Provinz lebt, hatte Menschen in seinem Bekanntenkreis, die teilweise schwer an Corona erkrankt waren oder wegen einer infizierten Freundin unter Quarantäne standen und zwei Wochen das Grundstück nicht verlassen durften. Und wie erklären sich die Protestierenden, dass überall in Europa um Urlauberinnen und Urlauber aus Deutschland geworben wird? So schlecht können Merkel, Drosten & Co. ihre Sache doch nicht gemacht haben.

Okay, noch besser wäre natürlich gewesen, die schon vor Jahren vom Robert-Koch-Institut ausgesprochene Warnung ernstgenommen und für eine ausreichende Zahl an Schutzmasken gesorgt zu haben. Diese Fahrlässigkeit wird einer Regierung, von wem auch immer sie in Zukunft geleitet wird, garantiert kein zweites Mal passieren.

Schade nur: Waren wir nicht noch vor zwei, drei Wochen dankbar für alles, was wir wieder in Anspruch nehmen durften? Und macht sich nicht doch wieder eine schleichende Unzufriedenheit breit, weil wir nicht schnell genug zu unserem alten (Luxus-) Leben zurückkehren können?

Im Freibad in Holtorf hat man es zumindest im Moment noch mit ausschließlich dankbaren Badegästen zu tun. Frühschwimmer, Schulkinder, Wasserratten, die nach Feierabend noch schnell ihre Bahnen ziehen.

Okay, ein paar Jugendliche, die das mit dem Ein- und Ausgang noch nicht so ganz verstanden hatten, waren auch dabei, aber in Holtorf gibt man die Hoffnung bekanntlich nie auf ;-)

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Erstellt:
7. Juni 2020, 04:58 Uhr
Lesedauer:
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