In Bückens ehemaliger Sparkasse eröffnen Verena Vollmer und Laura Eckhardt am Donnerstag das „Tokunfthus“. Achtermann

In Bückens ehemaliger Sparkasse eröffnen Verena Vollmer und Laura Eckhardt am Donnerstag das „Tokunfthus“. Achtermann

Bücken 25.05.2019 Von Horst Achtermann

„Schreibtische“ mit allem Drum und Dran

In Bückens ehemaliger Sparkasse eröffnen Verena Vollmer und Laura Eckhardt am Donnerstag das „Tokunfthus“

Am Donnerstag eröffnet in der ehemaligen Sparkasse in Bücken das „Tokunfthus“. Damit wird Wirklichkeit, was bei einer Tasse Kaffee bei der Nachbarin gedanklich entstanden ist. Verena Vellmer und Laura Eckhardt wollen den Menschen neue Wege aufzeigen.

Noch wird das ehemalige Sparkassengebäude in Bücken saniert und umgebaut. Eröffnet wird das „Coworking-Space“ am Himmelfahrtstag um 9 Uhr und damit am Tag der Fahrradrallye „Grafschaft Hoya ist mobil“, die in Bücken startet. Was die Menschen nicht machen sollen, steht eingerahmt an der Wand in einem Büroraum: We‘ve always done it this way“; zu Deutsch: Wir haben es immer so gemacht“.

„Das ist der gefährlichste Spruch im Geschäftsleben“, ist Verena Vellmer überzeugt. Im „Tokunft us“ stehen demnächst rund ein Dutzend „Schreibtische“. Solch einen Schreibtisch mit allem Drum und Dran kann sich jeder mieten. Zugang zum Drucker, zum Internet und mit Schlüssel zum eigenen Arbeitsplatz sind inklusive.

„Die Mieter haben Tag und Nacht die Möglichkeit, an einem der Schreibtische in Ruhe zu arbeiten, ohne dass sie abgelenkt werden, wie es oft zu Hause vorkommt“, so Laura Eckhardt. Und das Ganze für 125 Euro im Monat, aber auch stundenweise sei mieten möglich.

Probleme entstehen auf dem Land. Immer mehr Leute ziehen in die Ballungsräume. „Deswegen ist unser Plan“, so Verena Vellmer, „Räume für Freiberufler, eben für kreative Menschen anzubieten, die in unserem Coworking Space unabhängig von einander arbeiten, sich aber auch mit anderen Menschen austauschen und kommunizieren können“, ergänzt Laura Eckhardt, bekannt durch das „Catucho“ in Bücken.

Verena Vellmer bringt Erfahrungen im Coworking aus Berlin mit und weiß daher, wie es geht. Es soll ein lockeres Netzwerk entstehen, eben ein „Zukunftshaus“ für alle Generationen.

Die beiden Bückerinnen geben „Vorschussvertrauen“ für das freie Arbeiten in dem Haus, in dem früher die Gaststätte Schröder und ab 1994 die Sparkasse war, so Laura Eckhardt.

Wer möchte, kann aber auch mit eigenem Schreibtisch einziehen. „Obwohl wir noch keine Werbung geschaltet haben, sind schon vier feste Mieter eingeschrieben. Es sind Menschen aus der Region; aus Wietzen, Marklohe und auch aus Nienburg. „Das macht Mut, denn viele junge Menschen kommen auch nach dem Studium wieder zurück aufs Dorf“, so hat es familiär auch Verena Vellmer gemacht. Das Tokunfthus kann auch eine Geschäftsadresse werden. „Wer eine derartige Adresse braucht, dem stellen wir Postfächer zur Verfügung“, so Laura Eckardt und verspricht auch ein schnelles Internet. „Wir sind mit Vodafone im Gespräch. Deutlich schneller, als die meisten zu Hause haben“.

Die frühere Schalterhalle der Sparkasse soll als Raum für Kurse zu mieten sein. Malen oder Yoga, aber auch Workshops sollen veranstaltet werden. „Online Banking in Verbindung mit der Sparkasse“, geben beide Frauen als Beispiel an.

In Bücken wird der dritte „Coworking Space“ in Niedersachsen eröffnet. Bemüht um eine Vernetzung und um Erfahrungen zu sammeln, haben sich Laura Eckhardt und Verena Vellmer dem „Cowork-Land“ der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossen.

Stefan Roppel hat bereits einen Schreibtisch gemietet. Letzte Fragen werden mit Verena Vellmer (links) und Laura Eckardt geklärt. Achtermann

Stefan Roppel hat bereits einen Schreibtisch gemietet. Letzte Fragen werden mit Verena Vellmer (links) und Laura Eckardt geklärt. Achtermann

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Erstellt:
25. Mai 2019, 21:12 Uhr
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