Weite Teile des Schubleichters liegen auf dem Grund der Weser. Foto: Schwiersch

Weite Teile des Schubleichters liegen auf dem Grund der Weser. Foto: Schwiersch

Stolzenau 23.03.2020 Von Stefan Schwiersch

Falsch beladen: Schubleichter bricht und sinkt auf Grund

Niemand verletzt / Bergung wird Tage, womöglich Wochen dauern

13.34 Uhr: Offensichtlich eine falsche Beladetechnik hat am Montag gegen 9 Uhr zu einer Bootshavarie bei Stolzenau gesorgt. Ein sogennanter Schubleichter gab mittig nach, brach auf und sank in weiten Teilen auf den Grund. Verletzt wurde niemand, die Bergung dürfte noch Tage, womöglich Wochen dauern.

Der Schubleichter ist eine Art schwimmender Ladungsbehälter ohne eigenen Antrieb, gekoppelt an ein Schubboot. In Stolzenau machte diese Kombination unter polnischer Flagge bei Weserkilometer 244 bei einem Kieswerk fest. 1200 Tonnen kann der Schubleichter aufnehmen, rund 900 Tonnen waren bereits per Förderband verladen worden. Doch offenbar wurden die Kiesmassen nicht gleichmäßig im Frachtraum verteilt.

Vermutlich durch einen Beladefehler ist der Schubleichter bei Stolzenau havariert. Rechts das Schubboot, an Backbord hat das Boot der Waserschutzpolizei festgemacht. Foto: Schwiersch

Vermutlich durch einen Beladefehler ist der Schubleichter bei Stolzenau havariert. Rechts das Schubboot, an Backbord hat das Boot der Waserschutzpolizei festgemacht. Foto: Schwiersch

Der Schiffsführer muss selbst darauf achten, muss das Tandem vor und zurück manövrierten, weil das Förderband des Kieswerks kaum Spielraum hat. „Da hat jeder Schiffsführer seine eigene Technik, und dabei ist wohl was schiefgegangen“, heißt es von der Polizei.

Weite Teile des Schubleichters liefen schnell auf Grund. Polizei und Wasserschifffahrtsamt übernehmen vor Ort die Ermittlungen. Die Bergung dürfte Tage dauern. Zunächst wird – voraussichtlich erst am Dienstag – ein Taucher das Boot unter Wasser untersuchen. Als nächstes müssen die 900 Tonnen Kies wieder abgepumpt werden, schließlich soll der Leichter mit luftgefüllten Pontons wieder an die Oberfläche gehoben werden. Problem für das Kieswerk: Weitere Boote können bis zur Bergung nicht abgefertigt werden, „und allein heute sollten hier noch vier anlegen“, erkärte ein Polizeibeamter.

Der Schiffahrtsverkehr auf der Weser ist durch die Havarie kaum betroffen, Schiffe können die Stelle passieren.

11.30 Uhr: Heute ist es gegen 9 Uhr in einem Kieswerk in Stolzenau zu einem Schiffsunfall gekommen.

Bei Weserkilometer 244,6 am westlichen Ufer führte möglicherweise fahrlässiges Handeln zu einem Beladungsfehler. Dadurch sank ein Schubleichter, der von einem Schubboot gezogen wurde, zu rund 75 Prozent unter Wasser. Verletzt wurden bei diesem Unfall keine Personen. Die Bergungs- und Ermittlungsarbeiten dauern zu diesem Zeitpunkt an, die genaue Unfallursache steht noch nicht fest.

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Erstellt:
23. März 2020, 13:33 Uhr
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