Der Coronavirus hat am Donnerstag den Krisenstab der Kreisverwaltung beschäftigt. Foto: Pixabay

Der Coronavirus hat am Donnerstag den Krisenstab der Kreisverwaltung beschäftigt. Foto: Pixabay

Landkreis 05.03.2020 Von Sebastian Stüben

Schüler kommen vorsichtshalber in Quarantäne

Skifreizeit des Hoyaer Gymnasiums am Sonntag aus Südtirol zurückerwartet / Kein Corona-Verdachtsfall in Marklohe

Obwohl es weiterhin keinen bestätigten Corona-Fall im Kreisgebiet gibt, hat die Epidemie am Donnerstag den Krisenstab der Kreisverwaltung beschäftigt.

Drei Sachverhalte hätten zu einer erhöhten Verunsicherung der Bevölkerung und zu Gerüchten in den sozialen Medien im Internet geführt, sagt der zuständige Dezernent Thomas Klein.

Es handelt sich bei den Sachverhalten um einen Verdachtsfall an der Oberschule in Marklohe, der sich nicht als solcher bestätigt hat. Um eine Skifreizeit des Hoyaer Gymnasiums, die am Sonntag aus Südtirol zurückkehrt – einem Gebiet mit bestätigten Corona-Fällen. Und um eine Mitarbeiterin des Nienburger Marion-Dönhoff-Gymnasiums, die Kontakt zu einer infizierten Person hatte, selbst aber keine Symptome zeigt.

  • Sachverhalt 1: An der Oberschule Marklohe ist Donnerstag eine Schülerin zum Unterricht erschienen, die Symptome gezeigt hat, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hätten hindeuten können. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt und weil die Eltern nicht erreichbar waren, wurde das Mädchen vorsorglich mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Auch ihr Bruder wurde ins Krankenhaus gebracht, weil er als Kontaktperson galt. Ebenfalls rein vorsorglich, hat der Schulleiter der Oberschule Marklohe in Absprache mit der Landesschulbehörde den Unterricht ausfallen lassen und die Schülerinnen und Schüler nach Hause geschickt. Mittlerweile ist klar, dass bei der Schülerin kein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion vorliegt. Der Unterricht an der Oberschule Marklohe findet am Freitag statt.
  • Sachverhalt 2: 23 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrkräfte des Johann-Beckmann-Gymnasiums Hoya, die sich aktuell auf einer Klassenfahrt in Südtirol befinden, kehren am Wochenende in den Landkreis zurück. Angesichts der bei Skifreizeiten üblicherweise auftretenden Erkältungssymptome hat das Kreisgesundheitsamt rein vorsorglich eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. Die Schüler und Lehrer sollten während der 14 Tage jeglichen Kontakt zu anderen Menschen meiden – auch zu Familienmitgliedern und anderen Mitbewohnern. Sie müssen sich täglich beim Gesundheitsamt melden und ihren Gesundheitszustand schildern. Dazu gehört das Fiebermessen zweimal am Tag. Bei Nichteinhaltung der Quarantäne droht den Betroffenen ein Bußgeld.
  • Sachverhalt 3: Ebenfalls in häuslicher Quarantäne befindet sich eine Mitarbeiterin des Nienburger Marion-Dönhoff-Gymnasiums, die möglicherweise Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Eine Einschränkung des Schulbetriebs ist laut Kreisverwaltung nicht nötig.

Die Verwaltung hat ein Bürgertelefon eingerichtet, das
ab heute 8 Uhr unter (0 50 21) 96 79 00 zu erreichen ist.

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Erstellt:
5. März 2020, 18:50 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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