Stationsleiterin Anastasia Bukin (MItte) und ihre Stellvertreterin Janine Wieland (links) gemeinsam mit ihren Kollegen während des Projektes „Schüler leiten eine Station“. Helios

Stationsleiterin Anastasia Bukin (MItte) und ihre Stellvertreterin Janine Wieland (links) gemeinsam mit ihren Kollegen während des Projektes „Schüler leiten eine Station“. Helios

Nienburg 09.11.2018 Von Die Harke

Schüler leiten Station im Krankenhaus

Projekt in den Helios-Kliniken Mittelweser: Auszubildende sollen Verantwortung übernehmen

Pflegeschüler sammeln im Laufe ihrer Ausbildung durchgehend Praxiserfahrung, insgesamt etwa 2500 Stunden lang, und doch war dieser Einsatz etwas ganz Besonderes: Zwei Wochen lang haben 21 Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflegeschule an den Helios-Kliniken Mittelweser auf der Station 5 in Nienburg das Kommando übernommen. Mithilfe der Pflegefachkräfte der Station, speziell ausgebildeten Praxisanleitern und Lehrern kümmerten sie sich während des Projektes „Schüler leiten eine Station“ eigenverantwortlich um alle Aufgaben, die für den Pflegedienst auf der Station anfallen. „Das Projekt gehört bereits seit fast zehn Jahren zum festen Bestandteil der Ausbildung bei uns“, erklärt Rüdiger Seifert, Leiter des Helios-Bildungszentrums Nienburg: „Mit dem Projekt wollen wir unseren Auszubildenden im dritten Lehrjahr eine spezielle Lernumgebung bieten.

Sie können unter dem wachsamen Auge des erfahrenen Pflegepersonals selbstständig werden, bevor die Examensprüfungen anstehen. Durch das eigenverantwortliche Arbeiten lernen die Schüler ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen.“

Dienstpläne schreiben, den Stationsalltag organisieren, Patienten versorgen und vieles mehr – das Projekt habe ihr Blickfeld erweitert, sind sich Anastasia Bukin und Janine Wieland einig. Begonnen hat das Projekt schon viele Wochen vor dem Arbeitsbeginn auf Station.

„Wir haben Stationsleitungen gewählt, Dienstpläne geschrieben und den Ablauf organisiert. Zudem wurden wir auf die speziellen Krankheitsbilder der Inneren Medizin und Gastroenterologie vorbereitet und haben rechtliche und administrative Grundlagen gelernt.

Durch das Projekt haben wir einen Rundumblick bekommen. Wenn man alles selbst organisieren muss, hat man nicht nur Verantwortung, sondern fühlt sich auch verantwortlich“, erklärt Anastasia, die von ihren Mitschülern zur Stationsleitung gewählt wurde. Ihre Stellvertreterin Janine Wieland ergänzt: „Wir haben angefangen, das große Ganze zu sehen und auch die Kleinigkeiten, die damit zusammenhängen, damit alles passt.“

Zu den Aufgaben der Auszubildenden während des Projektes „Schüler leiten eine Station“ gehörten das Aufnehmen und Entlassen von Patienten, die Durchführung und Auswertung der gemeinsamen Visite mit den Ärzten, die Gestaltung des Dienstplans, die Pflege-Dokumentation, die Bestellung von Medikamenten und Medizinprodukten sowie die umsichtige und kompetente Betreuung der Patienten.

„Auch wenn es zwischendurch mal hier und da ein bisschen wuselig war, haben wir die Herausforderung als Team gut gemeistert. Das Projekt war das erste Mal, dass unser Kurs gemeinsam auf einer Station gearbeitet hat. Natürlich hat es dabei auch mal Differenzen gegeben, weil wir viele verschiedene Charaktere sind und unterschiedliche Arbeitsweisen haben. Dabei haben wir vor allem gelernt, wie wichtig Kommunikation ist“, so Stationsleiterin Anastasia Bukin.

Dazu gehörte auch, Kritik zu üben. „Gerade wenn man sich persönlich kennt, ist das nicht immer ganz einfach. Als Stationsleitung waren wir auch in einer ganz besonderen Position, da sich unsere Mitschüler mit vielen Kleinigkeiten an uns gewendet und sich auf uns verlassen haben“, erklärt die stellvertretende Stationsleiterin Janine Wieland.

Dennoch können sich die beiden Auszubildenden vorstellen, auch später einmal nach ihrem Ausbildungsabschluss als Stationsleitung zu arbeiten. Ein Lob für ihre Arbeit als Leitung gibt es auch von Lehrerin Anja Achilles: „Janine und Anastasia haben ihren Job super gemacht. Gerade auch in Konfliktsituationen sind sie immer sehr sachlich geblieben und hatten gute Argumente.“ Auch bei den Patienten kommt das Projekt offenbar gut an. „Wir haben viele und interessierte Rückmeldungen bekommen“, sagt Achilles.

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Erstellt:
9. November 2018, 21:00 Uhr
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