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 Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts. Am Morgen werden die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie der OECD vorgestellt.

Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts. Am Morgen werden die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie der OECD vorgestellt.

Landkreis 03.12.2019 Von Die Harke

Schüler schneiden schlechter ab

PISA-Studie: Schlechte Noten fürs Lesen / Tonne: „Anstrengungen nicht erfolgreich“

Deutschlands Schüler haben bei der PISA-Studie wieder schlechter abgeschnitten. Insbesondere fürs Lesen gab es schlechte Noten. Dennoch liegen Deutschlands Schüler in allen drei getesteten Bereichen, dem Lesen, der Mathematik und den Naturwissenschaften, über dem OECD-Durchschnitt. Insgesamt belegen sie Rang 20 von 79.

Zur OECD PISA-Studie 2018 erklärt der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne aus Leese: „Im Vergleich zu 2009, als bei PISA letztmalig deutschlandweit die Lesekompetenz im Fokus stand, habe sich der Kompetenzmittelwert im Bereich Lesen quasi nicht verändert.

In den Naturwissenschaften und bei Mathematik liegen die Schülerinnen und Schüler über dem OECD-Durchschnitt. Hier gibt es wenig Dynamik, weder nach oben noch nach unten. Die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler zeigen sich also konstant und stabil. Eine Weiterentwicklung ist gleichwohl ehrlicherweise auch nicht feststellbar“, teilt der Kultusminister mit.

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass sich die Zusammensetzung der Schülerschaft durch Integration und Inklusion in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich verändert habet. Daraus folge, dass die weiterhin guten Ergebnisse - also das Halten des Leistungsniveaus - durchaus eine gute Nachricht sind. „Die Lehrer in Deutschland leisten also außerordentlich gute Arbeit. Unterricht in heterogenen Lerngruppen ist anspruchsvoll und herausfordernd“, sagte Tonne.

Andererseits zeigten die Ergebnisse, dass Deutschland im internationalen Vergleich noch nicht so weit sei, wie es für die Bildungsnation Deutschland angemessen wäre. Die wichtigste Ressource in Deutschland seien die Menschen und ihr Wissen, Können und ihre Bildung.

Tonne mahnte aber auch: „Die Anstrengungen der letzten Jahre mit erhöhten Bildungsausgaben und Reformen im Bildungswesen haben noch nicht zu messbaren Verbesserungen geführt. Das muss uns zu denken geben.“

PISA 2018 bestätige zudem, was, was in Niedersachsen bereits als deutlicher Handlungsbedarf identifiziert worden sei und schon Maßnahmen initiiert worden seien: „Das Lesen muss gestärkt werden! Sonst besteht das Risiko, dass das Lesen als wichtige Kulturtechnik und als Grundlage für Bildungserfolg verkümmert“, so Tonne weiter.

Große Sorge bereite dem Minister, dass der Bildungserfolg offenbar noch stärker vom Elternhaus abhänge, als in der Vergangenheit. Seit 2009 sei der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern und den PISA-Ergebnissen in Deutschland gestiegen und liege über dem OECD-Durchschnitt. Dieser Befund sei gleichermaßen enttäuschend und inakzeptabel.

Bildung dürfe endlich kein Luxusgut mehr sein. „Daher müssen wir an unserem Kurs der gebührenfreien Bildung festhalten. Der kürzlich erschienene IQB-Bildungstrend 2018 hat gezeigt, dass der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Familie und den erreichten Kompetenzen der Schüler in Niedersachsen einen relativ niedrigen Wert aufweist“ führt der Kultusminister aus.

„Wir brauchen einen ernsthaften Diskurs ohne ideologische Scheuklappen. Mehr Investitionen in die gesamte Bildungskette müssen ebenso diskutiert werden, wie innovative Lehr- und Lernformate“, sagt er.

Zudem sei eine Debatte darüber notwendig, was die Schulen leisten können und sollen und welche Verantwortung die Eltern zu tragen haben. In den Vorjahren sei jede Menge an neuen Aufgaben und an Verantwortung auf die Schulen zugekommen.

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Erstellt:
3. Dezember 2019, 12:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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