Ein Notarztwagen steht nach Reizgasvorfall vor der Nienburger Leintorschule. Foto: Stüben

Ein Notarztwagen steht nach Reizgasvorfall vor der Nienburger Leintorschule. Foto: Stüben

Nienburg 13.12.2019 Von Sebastian Stüben

Schüler von Reizgas getroffen

Vorfall an Nienburger Leintorschule / Notarzt vor Ort

Etwa 50 Schüler sind gestern Vormittag in der Nienburger Leintorschule mit Reizgas in Kontakt gekommen. Ein 13-jähriger Junge hatte zur Verbesserung der Raumluft statt Deospray versehentlich Pfefferspray im Klassenraum versprüht.

Das hat die Polizei gestern Nachmittag mitgeteilt. Mehrere Notärzte, Rettungswagen und Einsatzkräfte der Polizei eilten zur Schule. Schwer verletzt wurde nach Aussage von Schulleiter Dennis Helferich keiner der Betroffenen.

Die Schüler sind nach den Worten des Schulleiters vor Ort ärztlich versorgt und dann in die Obhut der Eltern übergeben worden. Einige betroffene Schüler haben weiter am Unterricht teilgenommen.

Versehentlich Reizstoffsprühdose statt Deo genutzt

Die Polizei beschreibt den Vorfall so: Zu Beginn der großen Pause wollte ein 13-jähriger Schüler „schlechte Luft“ im Klassenraum durch den Einsatz von Deo-Spray verbessern. „Offenbar handelt es sich hierbei um einen ,Running-Gag‘, der regelmäßig stattfindet“, sagt Polizeisprecher Timo Heine: „Der Junge griff in die Schultasche einer zwölfjährigen Klassenkameradin, erwischte hierbei irrtümlich eine Reizstoffsprühdose und versprühte das Reizgas im Klassenraum.“

Insgesamt kamen dadurch etwa 50 Kinder im Alter von elf bis 13 Jahren mit dem Sprühnebel in Kontakt und klagten nach Polizeiangaben über Reizungen der Augen und Schleimhäute.

Vorsorglich „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst

„Die Rettungsleitstelle löste aufgrund der Vielzahl von Betroffenen den sogenannten ,Massenanfall von Verletzten‘ aus und alarmierte unter anderem mehrere Notarztfahrzeuge, Rettungswagen und den leitenden Notarzt“, teilt Heine mit: „Durch Spülung der Augen konnten alle Kinder vor Ort behandelt und anschließend den Eltern übergeben werden. Das Reizstoffspray führte die genannte Klassenkameradin nach Angaben der Eltern mit, um sich selbst zu schützen.“

Die Ereignisse ziehen nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz nach sich. „Hinweise auf eine vorsätzliche Nutzung des Reizstoffes liegen nicht vor“, sagt Heine: „Aus Sicht der Polizei haben weder Reizstoffsprays noch andere gefährliche Gegenstände oder Waffen etwas in einer Schule zu suchen. In den kommenden Wochen wird der Vorfall durch das Präventionsteam der Polizeiinspektion unter Einbeziehung von Schulleitung und Lehrpersonal aufgearbeitet.“

Update 15:15 Uhr:

Der ursprüngliche Artikel wurde gegen eine umfassendere Version ausgetauscht, die zusätzliche Informationen der Polizei enthält.

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Erstellt:
13. Dezember 2019, 11:39 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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