Am Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya beschäftigten sich die Schüler einen Tag lang mit Klimathemen. Foto: JBG Hoya

Am Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya beschäftigten sich die Schüler einen Tag lang mit Klimathemen. Foto: JBG Hoya

Hoya 11.10.2020 Von Die Harke

(Schul-)Fächer for Future

Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya stellt Unterricht für einen Tag auf Klimathemen um

Vor einem Jahr machte das Johann-Beckmann-Gymnasium Schlagzeilen, als über 600 Schüler für den Klimaschutz auf die Straßen Hoyas gingen. Diesmal blieben sie am globalen Klima-Streiktag in der Schule – denn ein Unterrichtstag stand komplett im Zeichen des Umweltschutzes. Egal ob Mathematik, Französisch oder Chemie: Die Lehrer des Gymnasiums unterrichteten in allen 18 Fächern vornehmlich Umweltthemen.

„Es ist ja nicht normal, dass wir Ende September fast 30 Grad haben. Dass sich da draußen ganz gehörig etwas verändert, wird mir immer bewusster“, sagte ein Neuntklässler, ein Klassenkamerad fügte hinzu: „Ich wusste zum Beispiel gar nichts vom Klimaabkommen in Paris und dass die sich zum Ziel gesetzt haben, soviel Kohlenstoffdioxid einzusparen, dass die globale Erderwärmung aufgehalten werden kann.“ In seinem Jahrgang war die Verschmutzung der Weltmeere ein Thema, und wie man Müll durch Wiederverwertung und Upcycling vermeiden kann. Im Deutschunterricht der 8b ging es hoch her: Jugend debattierte zum Thema „Sollte Umweltschutz als Schulfach an deutschen Schulen eingeführt werden?“

Die Schüler waren begeistert dabei, teilt Schulleiter Lutz Bittner mit. In den Fächern Geschichte und Latein ging es um die sich bis in die heutige Zeit auswirkende Abholzung der Wälder und die Umweltverschmutzung seit der Römerzeit, im Chemieunterricht der Oberstufe experimentierten die Schüler, bestimmten Heizwerte von Bioethanol und Normalbenzin, bewerteten die Treibstoffe und sprachen darüber, ob eine nachhaltige Energiewirtschaft überhaupt möglich sei.

Auch im Kollegium fand der „Fächer-for-Future-Tag“ großen Anklang: „Fächer-for-Future ist ein tolles Projekt“, sagt Dr. Arne Röhrs, „weil die Umwelt das zentrale Thema für die Zukunft der Jugendlichen ist, denn ohne die Sicherung der natürlichen Lebensressourcen ist ein friedliches Zusammenleben mit steigendem Wohlstand auf diesem Planeten nicht möglich.“

Weitere Themen waren: Fleischkonsum, Unverpacktläden, die Folgen des Klimawandels und Müllvermeidung. Im Französischunterricht lernte eine zehnte Klasse Umweltvokabeln. Selbstformulierte Menschenrechte hatte eine achte Klasse im Fach Werte und Normen auf Plakate geschrieben. Und um auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam machen zu können, hatten Schüler eine selbst gemachte Draht-Schildkröte mit Plastikmüll gefüllt. Eine fünfte Klasse machte Klima-Mathematik. Die Schüler rechneten aus, wie viele Bäume jedes Jahr weltweit gefällt werden. Als die Antwort feststand, wurde es ganz still in der Klasse: 15 Milliarden Bäume – eine 15 mit neun Nullen.

Angestoßen wurde die Aktion von Studienrätin Sylke Harz: „Jedes Fach für sich kann Wissen und Impulse liefern – und dabei sowohl problemlos an den Lehrplan anknüpfen als auch an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.“

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Erstellt:
11. Oktober 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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