In der Nendorfer Grundschule gibt es bis zum 16. November keinen Unterricht. Foto: Graue

In der Nendorfer Grundschule gibt es bis zum 16. November keinen Unterricht. Foto: Graue

Schulausfall und 17 neue Coronavirusfälle

Kein Präsenzunterricht an Nendorfer Grundschule / Inzidenzwert steigt 71,7

Die Coronapandemie bremst den Präsenzunterricht an Schulen des Landkreises Nienburg aus. An der Grundschule Nendorf gibt es bis kommenden Montag keinen Unterricht, da fast alle Lehrer in Quarantäne sind. An der Oberschule Hoya darf heute der fünfte Jahrgang an die Schule zurückkehren. Dort mussten die Fünftklässler am Montag und Dienstag zu Hause bleiben.

An der Grundschule Nendorf gibt es einen Coronafall in der Lehrerschaft. Deswegen sind mehrere Lehrer aus dem Kollegium, die Kontakt mit der infizierten Lehrerin hatten, als Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt worden. Ein Präsenzunterricht in der Schule sei deswegen nicht möglich, teilt die Schule auf ihrer Homepage mit. „Die Schule wurde nicht vom Gesundheitsamt geschlossen, es sind lediglich fast alle Lehrer unter Quarantäne gestellt worden“, heißt es dort weiter.

An der Grundschule gibt es eine Notbetreuung. Sie findet täglich von 7.30 bis 13 Uhr statt. „Es sind noch Plätze frei, die sind allerdings denen vorbehalten, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben“, sagt Jörg Niemeyer, Erster Samtgemeinderat und Leiter des Fachbereichs Zen-trale Dienste und Steuerung. Eltern, die diese benötigen, melden sich über die E-Mail-Adresse der Schule oder wenden sich an die Elternvertreter der jeweiligen Klasse. Die Samtgemeinde Mittelweser sei zwar Schulträger, sei jedoch in diese derzeitige Quarantäne-Maßnahme nicht einbezogen gewesen, so Niemeyer auf Nachfrage.

Das Gesundheitsamt frage regelmäßig bei den in Quarantäne befindlichen Lehrkräften nach deren Befinden, schildert er die Vorgehensweise, und entscheide dann nach 14 Tagen, ob die Quarantäne aufgehoben werde. Die Lehrkräfte seien in der Folge verpflichtet, ihren Arbeitgeber darüber zu informieren. Das sei in diesem Fall das Land. Gemeinsam mit der Schulleitung und der Landesschulbehörde in Syke werde dann auch entschieden, ob der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Für die Betreuung stünden pädagogische Mitarbeiter in der Schule bereit. Das Homeschooling werde von den Lehrkräften in Quarantäne, die keine Symptome aufweisen, organisiert.

Aufgrund des derzeit dynamischen Infektionsgeschehens komme es an den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen im Landkreis im Einzelfall vor, dass Covid-19-Verdachtsfälle in Schul- und Lern-Klassen auftreten. „Bevor für eine ganze Klasse eine Quarantäne angeordnet wird, prüft das Gesundheitsamt des Landkreises, ob die häusliche Isolation des Betroffenen und der direkten Sitznachbarn ausreicht. Wenn es notwendig ist, kann es vorkommen, dass kleinere Schulen komplett geschlossen werden“, teilt Kreispressesprecher Michael Duensing mit. Wichtig sei, dass das Gesundheitsamt die jeweilige Situation eingehend prüfe und mit Augenmaß erforderliche Quarantänen anordne. Auskünfte über Schulstandorte würden nur dann kommuniziert, wenn diese Informationen für den Bevölkerungsschutz aus epidemiologischer Sicht notwendig sind.

Die Nienburger Kreisverwaltung meldet am Dienstag 17 neue Coronafälle. Aktuell infiziert sind 117 Menschen, weil gleichzeitig 16 Menschen als wieder genesen gelten. Insgesamt gibt es bislang 415 bestätigte Coronavirusfälle. 607 Menschen sind in Quarantäne. Der Inzidenzwert stieg auf 71,7 (Montag: 63,4. Der rechtlich-bindende Inzidenzwert des Landes für den Landkreis beträgt 63,4. Im Nienburger Krankenhaus werden vier Coronapatienten behandelt, zwei davon liegen auf der Intensivstation.

36 Neuinfektionen meldet der Landkreis Diepholz. Insgesamt gibt es 1573 Fälle. Aktuell infiziert sind 238 Menschen. Der Inzidenzwert beträgt 130,4. Zurzeit werden 17 Coronapatienten im Krankenhaus behandelt, sieben davon intensivmedizinisch versorgt und beatmet. Im Seniorenhaus Martfeld wurde bei einer Mitarbeiterin, die in einem anderen Landkreis wohnt, ein positiver Covid-19-Befund festgestellt. Vorsorglich werden heute alle Bewohner und Mitarbeiter getestet.

Der Kreis Minden-Lübbecke meldet 99 Neuinfektionen und 2582 Infektionen insgesamt. Aktive Fälle gibt es 1072 Fälle. Der Inzidenzwert beträgt 211. Im Krankenhaus werden 52 Covid-19-Patienten behandelt.

Der Landkreis Schaumburg meldet ein Todesopfer, 25 neue Infektionen und 855 bestätigte Fälle. Aktuell infiziert sind 243 Menschen, 22 davon werden im Krankenhaus behandelt. Der Inzidenzwert beträgt 114,1.

Im Landkreis Verden gibt es 21 neue Fälle. Es werden 15 infizierte Personen im Krankenhaus behandelt. Zudem gibt es ein zwölftes Todesopfer. Eine 95-Jährige ist an den Folgen der Infektion gestorben. Der Inzidenzwert beträgt 212,2.

Der Heidekreis verzeichnet zwölf neue und 424 Coronavirusfälle. Aktuell infiziert sind 172 Menschen. Zwölf positiv getestete Personen werden im Heidekreis-Klinikum behandelt, davon vier intensivmedizinisch. Der Inzidenzwert beträgt 66,1.

In der Region Hannover sind aktuell 2484 Menschen infiziert. Das sind 109 Menschen mehr als am Vortag. Insgesamt gibt es jetzt 8792 Fälle. Der Inzidenzwert steigt von 107,3 auf 113,4.

Zum Artikel

Erstellt:
10. November 2020, 18:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.