Holger Lachnit DH

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Nienburg 10.08.2017 Von Holger Lachnit

Schuldfrage ist noch nicht geklärt

Guten Tag

„Ein Fehler des Stellwerksbeamten hat den Frontalzusammenstoß zweier Güterzüge an der westfälisch-niedersächsischen Grenze Ende Juni ausgelöst.“ Diese Behauptung wurde gestern von Nachrichtenagenturen bundesweit verbreitet. Auch die Redaktion der HARKE bekam diese Mitteilung. Doch unser Redakteur Sebastian Stüben fragte vor der Weiterverbreitung der Agenturmeldung bei der zuständigen Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes in Bonn nach.

Und er bekam dort folgende Auskunft: Dass es sich tatsächlich um einen Fehler des Stellwerksmitarbeiters handelt, lasse sich nach aktuellem Ermittlungsstand noch nicht sagen (Bericht auf dieser Seite).

Für die überregionalen Nachrichtenagenturen ist es irgendein „Stellwerksbeamter“, der am Unglückstag im Leeser Bahnhof Dienst tat. Für zahlreiche Leserinnen und Leser der Heimatzeitung ist es jedoch ein spezieller Mensch, dessen Gesicht und Namen sie kennen, dessen Familie und Freunde ihnen bekannt sind.

Deshalb muss DIE HARKE als Heimatzeitung für den Landkreis Nienburg auch sensibler an ein solches Thema herangehen als diejenigen, die aus großer Ferne darüber berichten.

Und deshalb unterscheidet sich die Berichterstattung in der HARKE heute auch von der in anderen Medien. Sollte nach Ende aller Untersuchungen tatsächlich menschliches Versagen als Ursache des Leeser Zugunglücks feststehen, so werden wir das auch so berichten. Doch bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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Erstellt:
10. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 37sec

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