Hier ist das Corona-Test-Zentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in Nienburg untergebracht. Foto: Stüben

Hier ist das Corona-Test-Zentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in Nienburg untergebracht. Foto: Stüben

Landkreis 13.03.2020 Von Sebastian Stüben

Schule fällt aus, neues Test-Zentrum

Corona: Alle Schulen und Kindertagesstätten bleiben bis vorerst 18. April geschlossen / 15 Verdachtsfälle

An öffentlichen allgemein- und berufsbildenden Schulen findet ab dem kommenden Montag, 16. März, kein Unterricht statt. Auch Kindertagesstätten bleiben vorerst geschlossen.

Nach bisherigem Stand soll die Maßnahme bis zum 18. April gelten. Ausnahme: Für Abiturientinnen und Abiturienten findet ab dem 15. April Unterricht statt. Auch an Schulen in freier Trägerschaft wird kein Unterricht stattfinden.

Das Land hat mitgeteilt, in den Schulen für die Jahrgangsstufen eins bis acht eine Notbetreuung in der Zeit von 8 bis 13 Uhr einzurichten. Die Notbetreuung dient laut Mitteilung dazu, Kinder aufzunehmen, deren Erziehungsberechtigte in Bereichen der sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. Hierzu gehören insbesondere folgende Berufsgruppen:

  • Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischen Bereich
  • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen
  • Beschäftigte im Bereich der Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr
  • Beschäftigte im Vollzugsbereich einschließlich Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche.

Auch in Kitas wird es Notgruppen geben. Fragen bezüglich der Bildung von Notgruppen in Kitas sind ab Montag, 16. März, mit den jeweils zuständigen Trägern der Einrichtungen, den Kommunen, zu klären.

Corona-Testzentrum in Nienburg gestartet

Seit Freitag um 14 Uhr läuft der Betrieb im neuen Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN). Freiwillig teilnehmende Ärzte und Mitarbeiter machen im Zentrum nach Überweisung durch den Hausarzt Abstriche bei Corona-Verdachts-Patienten. Das Testzentrum wird laut KVN stundenweise am Tag mit Ärzten und Mitarbeitern auch am Wochenende besetzt.

Die KVN weist in einer Pressemitteilung ausdrücklich darauf hin, dass die Abstriche nur bei Patienten mit ärztlichen Vorabklärung durchführen. „Auf keinen Fall erwünscht ist, dass Patienten sich selbstständig auf den Weg zu den Testzentren machen, um sich überprüfen zu lassen“, heißt es.

Folgendes Ablaufschema soll nach Angaben der KVN eingehalten werden:

Patienten melden sich bei vermuteten Verdacht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, telefonisch bei ihrem Hausarzt oder nach Sprechstundenschluss beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).

  • Der Hausarzt oder der Bereitschaftsdienstarzt führt telefonisch eine Befragung des Patienten durch und beurteilt die Wahrscheinlichkeit nach den Kriterien des Robert-Koch-Institutes einer Corona-Infektion.
  • Die Arztpraxis meldet den Patienten im Testzentrum an.
  • Das Testzentrum ruft den Patienten an und vereinbart einen Termin für den Abstrich.
  • Nach der Durchführung des Abstrichs in der zentralen Einrichtung sollte der Patient bis zum Eintreffen des Ergebnisses im häuslichen Umfeld bleiben.
  • Der Hausarzt beziehungsweise Bereitschaftsdienstarzt unterrichtet den Patienten über das Testergebnis.
  • Bei einer festgestellten Corona-Infektion legt der Arzt gemeinsam mit dem Patienten unter Beteiligung des zuständigen Gesundheitsamtes die weiteren Maßnahmen fest.

„Die Testeinrichtungen wurden ins Leben gerufen, um den Kontakt von möglicherweise Erkrankten mit anderen Patienten in den Praxen und dem medizinischen Personal zu vermeiden“, teilt die KVN mit.

„Damit sollen weitere Ansteckungen möglichst verhindert werden. Denn die Arztpraxen müssen betriebsbereit bleiben für die Masse der Patienten, die aus anderen Gründen behandlungsbedürftig sind. Zugleich können die nur begrenzt vorhandenen Schutzutensilien in den Testzentren effektiver eingesetzt werden.“

15 neue Verdachtsfälle im Kreisgebiet

Aktuell gibt es nach wie vor zwei bestätigte Corona-Fälle im Kreisgebiet. 15 Personen werden als Verdachtsfälle geführt und sind Freitag im Laufe des Tages untersucht worden. Ergebnisse werden im Laufe des heutigen Tages vorliegen.

„Wer einen begründeten Verdacht hat, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollte nicht direkt zum Arzt gehen, sondern telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen“, teilt die Kreisverwaltung mit.

Für allgemeine Fragen hat der Landkreis ein Bürgertelefon unter Telefon (05021) 967900 eingerichtet. Die Hotline ist am Wochenende von 14 bis 18 Uhr besetzt.

„Wer einen ärztlichen Rat benötigt, sollte sich an den Hausarzt und in den Abendstunden und am Wochenende unter der Nummer 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden“, heißt es vom Landkreis.

Auf der Internetseite www.lk-nienburg.de/corona stellt der Landkreis Informationsmaterial für Bürgerinnen und Bürger zur Corona-Epidemie bereit. Zudem sind sämtliche Artikel zum Thema auf der Internetseite der HARKE unter www.dieharke.de kostenlos zu lesen.

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Erstellt:
13. März 2020, 20:13 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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