Landkreis 16.08.2017 Von Die Harke

„Schulformen werden gegeneinander ausgespielt“

Stellungnahme der Jungen Union Nienburg zur Abordnung von Gymnasiallehrern an Grundschulen

Die Junge Union im Landkreis Nienburg zeigt sich in einer Pressemitteilung empört über die kürzlich von der niedersächsischen Landesregierung an die Gymnasien in Nienburg, Hoya und Stolzenau verschickte Anordnung, wonach jede der betroffenen Schulen über 100 Lehrerstunden abordnen muss, um die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen sicherzustellen. „Wir wissen, dass die rot-grüne Landesregierung die verlässliche Grundschule gewährleisten muss, aber wir wehren uns entschieden dagegen, dass die schlechte Planung im Ministerium von [DATENBANK=2835]SPD-Ministerin Heiligenstadt[/DATENBANK] nun dazu führt, dass Schulformen gegeneinander ausgespielt werden“, erklärt der JU-Kreisvorsitzende Marten Stühring.

Die Junge Union kritisiert weiterhin, dass der Informationsfluss vom Ministerium an die Schulleitungen völlig unzureichend vollzogen wurde. So sei es absolut unhaltbar, wenn eine solch wichtige Information, die den Ausfall mehrerer Lehrerstellen bedeute, die Schulleitungen erst kurz vor Ferienende per E-Mail erreiche.

Das Nienburger JU-Mitglied, Hendrik Maas, meint dazu: „Das ist einfach schlechter Stil und lässt erkennen, dass man von Seiten des Ministeriums Fakten schaffen wollte und keinerlei Dialogbereitschaft besteht.“ Eine so kurzfristige Informationspolitik mache eine sinnvolle Planung für die Schulen unmöglich und führe unweigerlich ins Chaos.

„Frau Heiligenstadt versucht die Lücke an den Grundschulen zu schließen, verkennt dabei aber, dass sie die Lücke an den Gymnasien noch viel weiter aufreißt und das Problem dadurch verschlimmert. Die insgesamt mangelhafte Unterrichtsversorgung in Niedersachsen wird durch die Vielzahl an Abordnungen nicht qualitativ gleichwertig geschlossen“, so Maas weiter.

Hauptkritikpunkt der jungen Christdemokraten ist die Ungleichbehandlung der verschiedenen Schulformen. So sei es bemerkenswert, dass die neugegründete IGS in Nienburg nicht zur Verlagerung von Lehrerstunden an die Grundschulen aufgefordert wurde. „Wir fordern die Gleichbehandlung aller bestehenden Schulformen in unserem Landkreis“, sagt Stühring und verweist auf ein Versprechen der Landesregierung bei deren Amtsantritt 2013.

Damals hieß es, die Landesregierung hege nicht die Absicht, die Gymnasien zu schwächen. Maas ergänzt: „Mit dem nun bekannt gewordenen Vorgehen lässt die Regierung aus SPD und Grünen die Maske fallen, und es wird klar, dass nun die Gymnasien die Fehler der letzten Jahre ausbaden sollen. Das finden wir im Interesse der Schüler inakzeptabel.“

Der Kreisverband Nienburg der Jungen Union fordert die Landesregierung auf, unverzüglich die notwendigen Schritte einzuleiten, damit der historische Tiefststand bei der Unterrichtsversorgung in Niedersachsen zügig beendet wird. „Nach mehr als vier Jahren an der Macht sucht die niedersächsische Landesregierung die Ursache der Probleme noch immer einseitig bei ihren Vorgängern. Das gleicht in unseren Augen dem Unterschreiben des eigenen Armutszeugnisses“, erklärt JU-Pressesprecher Marc-André Heidelmann.

Wir fordern daher [DATENBANK=939]Ministerpräsident Stephan Weil[/DATENBANK] (SPD) und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt dazu auf, ihre gymnasialfeindliche Politik aufzugeben und vernünftige Maßnahmen im Bereich der Lehrergewinnung durchzuführen. „Als Sofortmaßnahme fordern wir die Landesregierung auf, alle weiterführenden Schulen gleichmäßig an der Umverteilung der Lehrerstunden zu beteiligen“, so Stühring. „Wenn die freien Lehrerstellen nicht durch neue Absolventen aus Niedersachsen besetzt werden können, erwarten wir, dass Rot-Grün sich stärker um Quereinsteiger und auch um Lehrer aus anderen Bundesländern bemüht“, erläutert Maas.

Gleichzeitig zeigt sich die Junge Union „verwundert über die Sprachlosigkeit“ heimischen Landtagsabgeordneten aus den Regierungsfraktionen von SPD und Grünen, Grant-Henrik Tonne und Helge Limburg. Dazu erklärt [DATENBANK=5792]JU-Chef Stühring[/DATENBANK]: „Wenn es ihnen ein ernstes Anliegen wäre, alle Schulen im Landkreis gleich zu behandeln, hätten beide ihren kurzen Draht zur Regierung nutzen und die notwendigen Informationen früher einholen können. Wir sind von dieser Passivität sehr enttäuscht.“

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Erstellt:
16. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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