Die Broschüre „Querverbindungen“ ist ab sofort zu haben. Foto: Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Die Broschüre „Querverbindungen“ ist ab sofort zu haben. Foto: Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Hannover 06.02.2022 Von Die Harke

Schutz vor „Querdenkern“

Neue Broschüre der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus

„Immer mehr Menschen suchen Hilfe, weil sie von sogenannten Querdenkern bedroht werden“, schreibt die Mobile Beratung Niedersachsen. Die Beratungsstelle hat deshalb am Dienstag eine neue Broschüre dazu veröffentlicht.

Die Broschüre fasst erstmals Strategien, Strukturen und Ideologien dieses Spektrums in ganz Niedersachsen zusammen. Darin finden Interessierte zum Beispiel Tipps, wie sie antisemitische Codes erkennen und sich vor Übergriffen schützen. Die Beiträge stammen unter anderem von Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Beratungsstellen.

Drohmails, körperliche Angriffe, Tötungsversuche

„Regelmäßig melden sich Menschen bei uns, weil sie nicht wissen, wie sie mit Verschwörungserzählungen und Antisemitismus umgehen sollen. Häufig werden sie im Beruf oder in der Familie damit konfrontiert. Einige werden auch bedroht“, sagt Jan Krieger von der Mobilen Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie.

Die Gewalt kann inzwischen jede Person treffen, die auf geltende Regelungen wie die Maskenpflicht hinweist.

Das Team der Mobilen Beratung Niedersachsen erarbeitet gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen dazu. Auch die Betroffenenberatung Niedersachsen hilft hier und bekommt jetzt immer häufiger Anfragen. „Das reicht von Drohmails über körperliche Angriffe bis hin zu Tötungsversuchen“, sagt ein Sozialarbeiter der Betroffenenberatung.

Im Landkreis Osnabrück musste nach Angaben der Beratungsstelle eine Arztpraxis nach bundesweiten Hassnachrichten und Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt werden. In Delmenhorst habe eine Teilnehmerin eines „Spaziergangs“ versucht, Polizisten zu überfahren. „Die Gewalt kann inzwischen jede Person treffen, die auf geltende Regelungen wie die Maskenpflicht hinweist“, so der Sozialarbeiter.

An Dutzenden Orten in Niedersachsen finden zurzeit fast täglich sogenannte Spaziergänge von Coronaleugnerinnen und Coronaleugnern statt. Die Teilnehmenden würden dabei immer gefährlicher: Bedrohungen und Übergriffe auf Journalisten, Polizisten oder Gegendemonstranten seien an der Tagesordnung.

Codes, Strategien und Strukturen


Die Proteste vereinen nach Überzeugung der Betroffenenberatung unter anderem Coronaleugner, Impfgegner und organisierte Rechtsextreme. Ein Bindeglied seien antisemitische Bilder und Verschwörungsmythen. Das Spektrum nutze Symbole und Erkennungszeichen, mit denen Botschaften verschlüsselt kommuniziert würden. Auch darüber informiert jetzt die neue Broschüre.

Die neue Broschüre kann online unter www.mbt-niedersachsen.de heruntergeladen werden. Gedruckte Exemplare können versandkostenfrei bestellt werden unter info@mbt-niedersachsen.de. Die Broschüre wird vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben“ gefördert.

Zum Artikel

Erstellt:
6. Februar 2022, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.