14.04.2013

„Schwalben willkommen“

NABU lädt Kindergruppen, Schulen, Vereine und Hausbesitzer zum Mitmachen ein

Nienburg. Mitte April ist mit der Rückkehr der Schwalben aus dem Süden zu rechnen. Mit dem Projekt „Schwalben willkommen“ wird der NABU Niedersachsen in den drei kommenden Jahren diesen Frühlingsboten seine besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn besonders die Bestände von Rauch- und Mehlschwalbe, die beide in direktem Umfeld des Menschen nisten, sind in den letzten Jahren rückläufig. „Schwalben sind die Vorboten des Sommers. Ihr fröhliches Gezwitscher lässt gute Laune aufkommen. Wenn sie hoch in das Himmelsblau steigen, können wir uns auf gutes Wetter freuen. Als Insektenvertilger sorgen sie dafür, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt“, erklärt Klaus Boße vom NABU Nienburg. Schwalben sind Kulturfolger und nisten in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen, wo sie früher als Glücksbringer verehrt wurden. Aber dieses Glück ist bedroht, warnt der NABU.

Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze seien zunehmend versiegelt, so dass die Schwalben keinen Lehm zum Nestbau mehr finden. An modernen Fassaden haften die Nester nicht mehr oder werden sogar abgeschlagen. In Stallungen seien sie aus Hygienegründen oft unerwünscht. Und in der intensiv genutzten Ackerlandschaft gäbe es nur noch wenige Insekten als Nahrung. Die Uferschwalben leidet unter dem Verbau der Gewässer sowie unter Störung und Zerstörung an ihren Nistplätzen.

„Zunächst einmal möchten wir wissen, wann die Schwalben eintreffen und wo sie nisten“, ruft NABU-Projektleiterin Jutta Over die Bevölkerung zur Mithilfe an dem großen Projekt auf. Sie bittet darum, das Eintreffen der Schwalben sowie die Niststandorte zu melden- das geht über das Netz unter http://niedersachsen.nabu.de/aktion/schwalben/ mit einem Online-Meldebogen unter ,Schwalben melden.’

Auch Kinder- und Jugendgruppen sowie Schulklassen sind eingeladen, sich an dem NABU-Projekt zu beteiligen. Damit die jüngsten Naturschützer die in Niedersachsen vorkommenden Schwalbenarten erst einmal kennen lernen, stehen Umweltbildungsmaterialien zum Malen, Basteln und Spielen zur Verfügung.

In einem zweiten Projektschritt geht es dem NABU dann um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Schwalben. Leider gehen immer mehr Kolonien verloren, weil alte Gebäude renoviert oder abgerissen werden. Dabei ist der Gesetzgeber eindeutig auf der Seite der Schwalben: Schwalbennester dürfen nicht entfernt werden und wer sie dennoch zerstört, muss Ersatz schaffen.

„Wir möchten aber nicht mit Paragrafen drohen“ sagt Biologin Jutta Over, „sondern vielmehr gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Gegen Verschmutzung der Fassade helfe ein einfaches Kotbrettchen. Wenn die Nester nicht halten, könne man einen Rauputzstreifen oder ein mit Draht überzogenes Nistbrett anbringen. Ist in der Nähe kein offener Lehmboden mehr vorhanden, lässt sich eine Lehm-pfütze auch künstlich anlegen und feucht halten. Oder man versucht es mit einem Kunstnest. Auch für diese Hilfsmaßnahme stellt der NABU Anleitungen zur Verfügung.

Am besten ist den Schwalben geholfen, wenn bestehende Kolonien geschützt und unterstützt werden. Daher wird der NABU ab Sommer 2013 solche Hausbesitzer auszeichnen, die diesen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Wer Schwalbennester am Haus hat, kann auf Antrag eine Plakette „Schwalben willkommen“ und eine Urkunde erhalten. Außerdem darf er ein hochwertiges Kunstnest zur Erweiterung der Kolonie an seinem Haus anbringen. Insgesamt sollen 2000 Kunstnester in ganz Niedersachsen angebracht werde.

Das NABU-Projekt wird von der Niedersächsischen Bingo- Umweltstiftung gefördert. Informationen zum NABU-Projekt gibt es auch unter dem Link: http://niedersachsen.nabu.de/aktion/schwalben/.

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Erstellt:
14. April 2013, 00:00 Uhr
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