Schwalbennester sollten unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden. Foto: Pixabay

Schwalbennester sollten unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden. Foto: Pixabay

Nienburg 29.09.2020 Von Holger Lachnit

Schwalbennester nicht entfernen

Mehr als 100 Millionen Zugvögel verlassen im Herbst ihre Brutgebiete in Deutschland, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten, beispielsweise Weißstorch und Schwarzstorch, Kranich, Kuckuck, Mauersegler, Kiebitz, Feldlerche und Hausrotschwanz. „Eine noch weitaus größere Zahl wird unser Land überqueren, hier an geeigneten Rastplätzen wie dem Wattenmeer ‚auftanken‘ und weiterziehen oder aber auch den Winter über bei uns Station machen“, heißt es in einer Mitteilung des NABU Niedersachsen.

Doch diese Reise sei nicht ohne Gefahren. Da die Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete oft Tausende Kilometer auseinander liegen, überfliegen die Tiere auf ihrem Weg meist mehrere Ländergrenzen. Neben natürlichen Hindernissen wie Wüsten und Meere treffen sie dabei auch auf menschengemachte Gefahren. Die Reise vieler Großvögel ende daher oft schon an Stromleitungen und schlecht isolierten Strommasten.

Die gleichen Gefahren warten auf die Zugvögel dann in jedem Frühjahr auf ihrem Rückweg nach Deutschland. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie dort nach der anstrengenden Reise möglichst optimale Brutbedingungen vorfinden. Deshalb sollten beispielsweise die jetzt verlassenen Schwalbennester unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden und nicht aus völlig falsch empfundenem Hygienewahn entfernt werden. Im Mittelalter galt die Schwalbe übrigens als „Lichtvogel“, der rund um Mariä Verkündigung am 25. März auftauchte und den Frühling mitbrachte. Das zeigt die enge Beziehung der Schwalbe zum Menschen.

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Erstellt:
29. September 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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