„Das Haus“ ist eine Komödie über unterdrückte Gefühle. Hermann Posch

„Das Haus“ ist eine Komödie über unterdrückte Gefühle. Hermann Posch

Nienburg 18.09.2019 Von Die Harke

Schwarzer Humor

Eigenheim-Komödie „Das Haus“ am 2. Oktober im Nienburger Theater

„Schwarz ist der Humor, rasant das Tempo“, so beschrieben die Veranstalter die Komödie „Das Haus“ von Brian Parks, adaptiert von Erfolgsregisseur René Heinersdorff, in aller Kürze. Am Mittwoch, 2. Oktober, um 20 Uhr gastiert das Ensemble „theaterlust“ mit diesem Stück im Nienburger Theater auf dem Hornwerk. Zum Inhalt: Seit über 20 Jahren leben die Rotemunds schon in ihrem geliebten Eigenheim am idyllischen Stadtrand. Die Kinder sind aus dem Haus. Ein gutes Leben, eine gute Zeit. Bevor nun aber aus all dem Guten eine stille, langweilige Einöde wird, beschließen die beiden mutig, das Haus zu verkaufen und zu schauen, was das Leben im hinteren Drittel noch für sie bereithält. Leicht fällt ihnen diese Trennung nicht. Aber zum Glück hat man ja die beiden Lindners gefunden.

Zwei wunderbare junge Menschen, die genau da stehen, wo die Rotemunds an diesem Platz vor vielen Jahren angefangen haben. Ihnen kann man das Haus mit gutem Gefühl verkaufen. Die Verträge sind unterschrieben, die Koffer nahezu gepackt. Die Schlüsselübergabe soll nun auch symbolisch eine neue Zeit einläuten. Das will man in netter Runde mit einem guten Glas begießen. Soweit alles bestens! Oder etwa nicht?

Zu Beginn überschlagen sich alle mit Komplimenten und Nettigkeiten. Alles ist wunderbar: das Haus, die Lage, die Nachbarn! Als Moritz Lindner aber, ganz nebenbei, fallen lässt, sie wollten manche Räume vielleicht doch rot streichen, löst das eine erste kleine Irritation aus. Aber wirklich nur eine kleine, noch ist alles völlig im Rahmen.

Der Zuschauer darf nun einem unvergleichlichen Anschwellen unterdrückter Konflikte beiwohnen. Kleine Unhöflichkeiten steigern sich zu massiven Beleidigungen ohne Gnade und Tabus. Political Correctness war gestern. Die nun folgende apokalyptische Zimmerschlacht wird bis aufs äußerste geführt. Das Noch-Wohnzimmer der Rotemunds wird zur modernen Arena, in der vier Gladiatoren ums nackte Überleben kämpfen.

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Erstellt:
18. September 2019, 18:25 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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