06.04.2014

Schwerstkranke in 465 Stunden betreut

Hospizverein „Dasein“ Hoya zog Bilanz / Weitere Sterbebegleiter willkommen

Von Horst Achtermann

Hoya. Der Hospizverein „Dasein“ Hoya wurde am 10. Juli 2006 für die Region Bruchhausen-Vilsen, Eystrup und Hoya gegründet. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung ist Volker Köckritz aus beruflichen Gründen nicht mehr als Vorsitzender angetreten. Für den verbleibenden Vorstand kein Problem. Edeltraut Güttler (Öffentlichkeitsarbeit), Monika Stollmann (Schriftführerin), Maria Schmoll (Rechnungsführerin) und Dr. Jens Neinhardt stellen gemeinschaftlich den Vorstand. Begleiterin Christel Neinhardt sprach im Verlauf der Mitgliederversammlung im Gemeindehaus der Kirche in ihrem ausführlichen Bericht die ehrenamtliche Arbeit der Begleitung Schwerstkranker an. Zwei Begleiter sind aus beruflichen Gründen ausgeschieden, so dass das Team zurzeit aus zehn Begleiterinnen und einem Begleiter besteht. Diese Arbeit sei nach wie vor eine Hemmschwelle für Männer. „Deswegen sind wir froh, dass Georg Kroppach, der 2006 die Ausbildung machte, immer noch bei uns ist,“ so Christel Neinhardt.

Im Jahr 2013 wurden die ehrenamtlich Tätigen zu 18 Begleitungen gerufen, ein Einsatz von 465 Stunden. „Wir machen eine Begleitung immer zu Zweit. So ist gewährleistet, dass die begleitete Person trotz Krankheit oder Urlaub von einem bekannten Gesicht besucht wird“, unterstreicht Christel Neinhardt.

Besucht wurden im Jahr 2013 Netzwerke, wie die Eröffnungsfeier des Palliativ-Stützpunktes im Theater Sulingen. „Bei allen Schmerzpatienten arbeiten wir mit dem Palliativen Stützpunkten in Sulingen und Nienburg zusammen“, so die Begleiterin weiter.

Viele interessante Vorträge und Workshops erlebten die Hoyaer Hospizler in Bremen auf der Messe „Leben und Tod“ im Mai 2013. „Man trifft Mitglieder aus anderen Hospizvereinen und kann sich austauschen. Ein Workshop mit Ina Seliger aus Bassum über nonverbale Kommunikation fand im Gemeindehaus mit elf Teilnehmern statt. Eine Fortbildung mit Naomi Feil, der Begründerin der „Validation“ – einer Methode, um den Zugang zu dementen, verwirrten alten Menschen zu ermöglichen – wurde im Oktober von vier Begleiterinnen besucht. Da nicht alle dabei sein konnten, hat der Hospizverein eine DVD gekauft, die gemeinsam angeschaut wurde.

Im Oktober wurde der Hospiz- und Palliativtag in Nienburg besucht. Das Thema „Humor und Lebenssinn – Humor in der Sterbebegleitung“ wurde von Christian Heeck, Diplom-Pädagoge, Maler, Kunstvermittler und Kulturreferent am Klinikum Münster, anschaulich vorgestellt.

Plattdeutsch lernen die Begleiterinnen bei Heinz Meyer in Wechold. „Einige von uns sprechen gut platt und haben dadurch bei einigen zu Betreuenden einen sehr guten Zugang“, so Neinhardt.

Begleitersitzungen finden alle vier Wochen, die Superversion alle sechs Wochen statt. „Unsere Arbeit wird von einer ausgebildeten Supervisorin begleitet. Bei ihr lernen wir, mit belastenden und schwierige Erfahrungen richtig umzugehen“, berichtet die Begleiterin weiter. „Alle im Hospizverein verrichteten Dienste sind ehrenamtlich, nur Fahrtkosten bekommen wir erstattet“, fährt Neinhardt fort.

Wer ehrenamtlich im Dienst am Menschen tätig werden will, kann sich bei Christel Neinhardt unter 0 42 51/25 76 oder beim Hospizverein unter 0177/ 54 05 929 melden. Im Internet ist eine Kontaktaufnahme unter info@hospizverein-hoya.de möglich.

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Erstellt:
6. April 2014, 00:00 Uhr
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