Mühlenkreis 06.10.2017 Von Die Harke, Von Heidi Reckleben-Meyer

Seelenfeld hatte die Nase vorn

Neun Dörfer bei „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017

Die Sieger des diesjährigen Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ stehen fest. Bei der Abschlussveranstaltung vor einigen Tagen wurden diese bekanntgegeben. Die Sieger wurden in zwei Bewertungsgruppen ermittelt: In der Gruppe der kleineren Dörfer wurde Seelenfeld (Stadt Petershagen) mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Einen zweiten Preis erhielten Meßlingen (Stadt Petershagen) und Stockhausen (Stadt Lübbecke), Ovenstädt (Stadt Petershagen) wurde mit dem dritten Preis prämiert.

In der Gruppe der größeren Dörfer zeichnete die Bewertungskommission Wehe (Stadt Rahden) mit dem ersten Preis aus. Nammen (Stadt Porta Westfalica) und Kutenhausen (Stadt Minden) erzielten einen zweiten Preis, Bad Holzhausen und Börninghausen (beide Stadt Pr. Oldendorf) wurden mit einem dritten Preis ausgezeichnet.

Neun Dörfer hatten sich insgesamt angemeldet. Sie wurden durch die Bewertungskommission unter der Leitung der Kommissions-Sprecherin Luise Lahrmann Ende Juni sowie in der ersten Septemberwoche besucht und bewertet.

Entscheidendes Bewertungskriterium im Wettbewerb war hier das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Dorf: Was haben Sie aus der Situation vor Ort gemacht? Welche spezifischen Lösungsansätze für die Fragestellungen des Dorfes wurden entwickelt?

Nach diesen Fragen und weiteren vier Bewertungsbereichen beurteilte die 13-köpfige Jury die teilnehmenden Dörfer. Die Sprecherin der Kommission Luise Lahrmann war begeistert von den vielen Ideen und den konkreten Projekten, die die Dörfer beim Besuch der Kommission präsentierten: „Es zeugt von einem engagierten „Sich-Kümmern vor Ort“ – das ist in allen teilnehmenden Dörfern für uns als Kommission deutlich geworden. Ich kann nur sagen: Das Niveau ist sehr hoch!“

Die Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung verfolgten rund 150 Gäste im gut gefüllten Foyer der Sparkassen-Arena. Landrat [DATENBANK=4111]Dr. Ralf Niermann[/DATENBANK] unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in den teilnehmenden Dörfern für eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung und für ein attraktives Lebensumfeld. „Durch Ihre Teilnahme haben Sie sich gemeinsam über die Zukunft Ihres Dorfes Gedanken gemacht, Pläne und Visionen entwickelt und konkrete Maßnahmen in Angriff genommen. Dadurch sind alle teilnehmenden Dörfer schon vor der Preisverleihung Sieger!“, betonte Landrat Dr. Niermann.

Allerdings regte der Kreis als Auslober des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auch zum Nachdenken an. Grund hierfür sind die rückläufigen Teilnehmerzahlen. Waren in den vergangenen Wettbewerben immer um die 30 Dörfer aus dem Kreisgebiet beteiligt, gingen diese Zahlen bereits 2014 auf 16 Dörfer und nun beim diesjährigen Wettbewerb auf neun Dörfer zurück.

Dieser Trend ist auch auf Landes- und Bundesebene zu verzeichnen. Gründe dafür sind eine Veränderung beim ehrenamtlichen Engagement, hohe Anforderungskriterien und schließlich auch eine veränderte Wahrnehmung vom Dorf als Lebensraum. Vor diesem Hintergrund regt der Kreis eine Neuorientierung an, die in einer Pilotphase zunächst bis zum Jahr 2020 getestet werden soll. Kernpunkte sind:

  • eine stärkere Projektorientierung (weniger ganzheitliche Dorfentwicklung),
  • mehr Prozessorientierung (Verstetigung eines Beratungsangebots, nicht Jurybesuch und -bewertung alle drei Jahre)
  • mehr Beratung, Begleitung und Unterstützung der Dörfer bei Entwicklung und Realisierung von Projektideen.

Weitere Infos zur Neuorientierung des Dorfwettbewerbs sowie den Platzierungen sind auf der Internetseite des Kreises unter www.minden-luebbecke.de unter dem Link „Unser Dorf hat Zukunft“ auf der Titelseite oder direkt beim zuständigen Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Kreises zu haben.

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Erstellt:
6. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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