Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Nienburg 28.04.2018 Von Edda Hagebölling

Sehr belastend

Guten Tag

In einen Flyer, der der HARKE am Sonntag in der vergangenen Ausgabe in Schweringen und Umgebung beilag, erläuterte der örtliche Kapellenvorstand, warum er die Entscheidung über die Zukunft der Kirchenglocke abgegeben hat, auf der bis vor kurzem noch ein Hakenkreuz zu sehen war, das dann aber von Unbekannten weggeflext wurde.

Unter anderem verweisen die Unterzeichner darauf, dass es sich bei ihnen um ein ehrenamtlich gewähltes Team handele, das bei all dem Hin und Her an die Grenzen seiner Belastbarkeit gelangt sei. Hinzu komme, dass die Kirchenleitung in Hannover bereits deutlich gemacht habe, dass die Entscheidung darüber, ob die Glocke ohne Hakenkreuz weiterläuten soll oder nicht, ohnehin nicht vor Ort getroffen werde.

Da in der Redaktion in den vergangenen Tagen Leserbriefe eingingen, die sich auf den Flyer bezogen, hat die HARKE am Sonntag den Wortlaut des Schreibens auf Seite 8 noch einmal für alle Leserinnen und Leser veröffentlicht. Inklusive der Leserbriefe.

Wie ging es Ihnen in der Diskussion um die „Nazi-Glocke“? Haben auch Sie insgeheim den Wunsch verspürt, gerne einmal die Glocke in der eigenen Kirche in Augenschein zu nehmen? Sicherheitshalber?

Und haben auch Sie wieder einmal gedacht: Es ist schon erstaunlich, was so ein ehrenamtlich gewählter Kirchenvorstand alles leisten muss. Auch ohne Hakenkreuz-Glocke. In jedem Fall finde ich richtig schlimm, dass es den Nationalsozialisten auch nach 70 Jahren gelingt, eine Gemeinde zu spalten.

Gespalten sind auch alle, die mit dem Thema Wolf befasst sind. Ausgelöst durch den jüngsten Vorfall, bei dem ein Wolf auf einer Weide in Wendenborstel ein Kälbchen gerissen hat, findet am Freitag eine Diskussion mit Helmut Damman-Tamke, dem Präsidenten der Landesjägerschaft, statt ( Hinweis auf Seite 1). Auch in diesem Punkt ist guter Rat teuer. Auf der einen Seite der Wolf, der vermutlich gerade seine Jungen mit Nahrung versorgen muss und sich dafür eine Beute ausgesucht, die ihm nicht so leicht entkommen kann, und auf der anderen Seite die Vorstellung, wie sehr das Kälbchen wohl gelitten haben mag, bevor es zerfetzt wurde.

Möglicherweise hört man ja jetzt mehr auf die Experten, die dafür plädieren, zu lernen, mit dem Wolf zu leben. Und auch konkrete Vorstellungen davon haben, wie das gelingen kann.

Ein dritter komplexer Sachverhalt wird auf Seite 4 in Erinnerung gerufen. Die in Mazar-e Sharif geborene Anusha schildert, wie es ihr nach ihrer Flucht aus Afghanistan geht. Die Familie musste das Land verlassen, weil der Vater als Dolmetscher für die Bundeswehr gearbeitet hatte. Ein Fall, von dem eigentlich nur pauschal in den Nachrichtensendungen berichtet wird, der aber vor der eigenen Haustür ein Gesicht bekommen.

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Erstellt:
28. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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