Die Altstadt von Witebsk mit der (wieder errichteten) Uspensky Kathedrale – ein persönliches Treffen konnte in letzter Zeit aufgrund der Pandemie leider nicht stattfinden. Foto: Gerd-Jürgen Groß

Die Altstadt von Witebsk mit der (wieder errichteten) Uspensky Kathedrale – ein persönliches Treffen konnte in letzter Zeit aufgrund der Pandemie leider nicht stattfinden. Foto: Gerd-Jürgen Groß

Nienburg 13.02.2021 Von Die Harke

Seit drei Jahrzehnten in Freundschaft verbunden

Ohne Festakt und persönliche Treffen begehen die Städte Nienburg und Witebsk das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft

Am 14. Februar 1991 – und somit vor 30 Jahren – besiegelten offizielle Vertreterinnen und Vertreter der beiden Städte Witebsk in Belarus (Weißrussland) und Nienburg ihre Partnerschaft im Rathaus an der Dwina.

Auf Initiative des ehemaligen Internationalen Begegnungswerkes wurde der Brückenschlag Richtung Osten gewagt und vor 30 Jahren realisiert, um vorrangig Frieden und Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion zu verwirklichen.

„In den Folgejahren erhielt diese Städteverbindung nicht nur vom damaligen Stadtdirektor Heinz Intemann, sondern auch von den Bürgermeistern Rolf Warnecke, Peter Brieber und Henning Onkes immer wieder starke Unterstützung“, schreibt die Stadt Nienburg.

Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes bekam von der Direktorin des Witebsker Gymnasiums Nr. 3, Ludmilla Wasiljewna Somowa, zum 25-jährigen Jubiläum ein Bild überreicht.Archivfoto: Garms

Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes bekam von der Direktorin des Witebsker Gymnasiums Nr. 3, Ludmilla Wasiljewna Somowa, zum 25-jährigen Jubiläum ein Bild überreicht. Archivfoto: Garms

Seither sei die Freundschaft kontinuierlich auf vielen Ebenen gewachsen. Über die „Brücke der Freundschaft“ gingen oftmals trotz schwieriger Rahmenbedingungen Kulturschaffende, Sportler, Schüler, Politiker, Historiker, Wirtschaftsvertreter, Feuerwehrleute und Bürger, die zu Freunden wurden. Diese positive Entwicklung ist nur möglich geworden durch das vielfältige, aktive bürgerliche Engagement der Menschen in beiden Städten. Eine tragende Säule war zwölf Jahre der Verein „Stadt- und Landkreispartnerschaft Witebsk – Nienburg“, welcher 2016 durch den Verein „Nienburg Freundschaften weltweit“ (NFWW) abgelöst wurde. Der NFWW ist neben Witebsk auch für Nienburgs Partnerstädte Las Cruces, Bartoszyce und Nienburg (Saale) tätig.

Hohe Anerkennung erfahren die Nienburger von der Botschaft der Republik Belarus in Berlin, die diese Städteverbindung zu einer der aktivsten und lebendigsten zwischen Belarus in Berlin zählt. Das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum wurde 2016 im Rahmen des 18. Theaterfestes gefeiert, zu dem neben einer offiziellen Delegation auch Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und andere langjährige Wegbegleiter der Städtepartnerschaft in die Weserstadt kamen.

In der „Geschichtswerkstatt“ forschten Jugendliche beider Städte in Witebsk gemeinsam mit Erwachsenen im August 2019 - als Corona noch kein Thema war. Es war der vorerst letzte Besuch. Foto: Stadt Nienburg

In der „Geschichtswerkstatt“ forschten Jugendliche beider Städte in Witebsk gemeinsam mit Erwachsenen im August 2019 - als Corona noch kein Thema war. Es war der vorerst letzte Besuch. Foto: Stadt Nienburg

Nun kann das 30-jährige Bestehen nicht gebührend im großen Rahmen, sondern lediglich gedanklich gefeiert werden. Dazu schreibt die Stadt Nienburg: „Auch wenn dieses und vergangenes Jahr aufgrund der Corona-Pandemie keine persönlichen Treffen zwischen den Städten stattfinden konnten, herrscht trotzdem kein Stillstand in der Partnerschaft. Im Mai 2019 besuchte eine Reisegruppe aus Nienburg die belarussische Stadt für eine Woche. Des Weiteren fand die jährlich wiederkehrende Geschichtswerkstatt statt, bei der Jugendliche aus Nienburg nach Witebsk reisten.“

Für 2020 war ein großes Fest zum 25-jährigen Jubiläum der Freundschaft zwischen den Feuerwehren den beiden Städten geplant, welches leider verschoben werden musste. Auch das erste internationale „Nienburg Pleinair“ konnte nicht wie geplant stattfinden. Dort sollten Künstlerinnen und Künstler aus den Partnerstädten in der schönen Weserstadt kreativ tätig werden.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Nienburg und Witebski sind die Flaggen beider Städte am Nienburger Rathaus gehisst. Foto: Stadt Nienburg

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Nienburg und Witebski sind die Flaggen beider Städte am Nienburger Rathaus gehisst. Foto: Stadt Nienburg

Trotz der verschobenen Veranstaltungen blickten die Stadt Nienburg und der Verein NFWW beeindruckt auf die vergangenen 30 Jahre der Partnerschaft zurück, heißt es aus dem Rathaus der Kreisstadt. „30 Jahre Partnerschaft bedeuten drei Jahrzehnte gelebte Freundschaft, das Teilen von Freude und Leid. Ich denke heute anlässlich des Jubiläums an beides: die tief empfundene Freude über die festen und vielen menschlichen Verbindungen nach Witebsk. Das mitgefühlte Leid, das geistige Zusammenstehen mit allen Menschen in unserer Partnerschaft in diesen sehr schwierigen Zeiten. Wir stehen bei allen Witebskern“, betont Jan Wendorf, Vorsitzender des Vereins Nienburg Freundschaften weltweit.

Zum Artikel

Erstellt:
13. Februar 2021, 18:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.