Die Mitglieder des Schützenvereins Wietzen um den 1. Vorsitzenden Bernd Mühlenfeld (vorne, 3. von links) feierten anlässlich des
Scheibenschießens das 100-jährige Jubiläum. PDA

Die Mitglieder des Schützenvereins Wietzen um den 1. Vorsitzenden Bernd Mühlenfeld (vorne, 3. von links) feierten anlässlich des Scheibenschießens das 100-jährige Jubiläum. PDA

Wietzen 10.07.2019 Von Birgit Andermann

„Seltenheit, dass ein Verein 100 Jahre besteht“

Gemeinde feierte Jubiläum des Schützenvereins Wietzen im Rahmen des Scheibenschießens

Anlässlich des Scheibenschießens feierte der Schützenverein Wietzen sein 100-jähriges Jubiläum im Festzelt am Sportplatz. 1. Vorsitzender Bernd Mühlenfeld hieß besonders Bürgermeister Hans-Jürgen Bein sowie die eingeladenen Vertreter der örtlichen Vereine und Verbände als auch den ehemaligen Vorsitzenden Otto Röseler willkommen. Bein überbrachte in seinem Grußwort die Glückwünsche der Gemeinde und ein Präsent zum Jubiläum. Es sei in der heutigen Zeit eine Seltenheit, dass ein Verein 100 Jahre besteht, betonte er. Für die Gemeinde sei es wichtig, einen aktiven Schützenverein zu haben. Er dankte dem Verein, dass er seit vielen Jahren das Scheibenschießen in Wietzen aktiv unterstützt.

Mühlenfeld ließ die Geschichte des Vereins Revue passieren. Bis 1919 sei in Wietzen ein Bauernschießen gefeiert worden. In jenem Jahr sei der Schützenverein gegründet und das erste Schützenfest gefeiert worden. Von 1920 bis 1937 sei in Wietzen Schützenfest und Scheibenschießen gefeiert worden, was sicherlich für beide Veranstaltungen nicht immer glücklich gewesen sei, sagte Mühlenfeld. 1938 hätten sich Vertreter der Gemeinde und des Schützenvereins darauf geeinigt, nur das Scheibenschießen zu feiern. Die Gemeinde trat als Veranstalter auf, und der Schützenverein übernahm die Organisation. Diese Regelung gilt auch heute noch.

Die 1920 angeschaffte Königskette gibt es noch heute. Sie konnten die Besucher in Augenschein nehmen. Außerdem wurde in dem Jahr die Vereinsfahne angeschafft, die bis heute mitgeführt wird. In diesem Zusammenhang bedankte sich Mühlenfeld bei Bernd Gooch, der 30 Jahre als Fahnenträger fungierte.

Aufgrund des Krieges ruhte die Tätigkeit des Vereins von 1940 bis 1950. Auf der Mitgliederversammlung am 6. Mai 1950 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Heinrich Claus, Vorsitzender von 1940, wurde wieder 1. Vorsitzender. 1952 kam es unter Mitinitiative der Wietzener Schützen zur Gründung des „Schützenverbandes linkes Weserufer“ mit Sitz in Wietzen.

1965 wurde eine neue Ära eingeläutet und Otto Röseler wurde erster Vorsitzender. Das Vereinsleben wurde verstärkt geprägt von Genauigkeit, Disziplin und neuen Impulsen. Unter seiner Regie wurde eine neue Satzung erlassen und der Verein ins Vereinsregister eingetragen. Im Mittelpunkt seiner Amtszeit stand das 50-jährige Jubiläum des Vereins mit großem Festumzug.

1977 wurde Werner Siemering 1. Vorsitzender, nachdem er seit 1967 stellvertretender Vorsitzender gewesen war. Er widmete er verstärkt dem Neubau eines Schießstandes. Bereits im Juni 1982 konnte dort das Königsschießen durchgeführt werden. Das Schützenhaus sei bis heute Mittelpunkt dörflicher Veranstaltungen, erklärte Mühlenfeld. Eine weitere Entwicklung: Seit 1982 dürfen in Wietzen auch Frauen am Königsschießen teilnehmen, und Antje Mühlenfeld wurde erste Scheibenkönigin.

Anfang Januar 1990 wurde Bernd Mühlenfeld zum ersten Mal erster Vorsitzender. In dieser Amtszeit wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Ihm folgte ab 2002 Dieter Bohle, unter dessen Vorsitz die Gemeinde 2014 „200 Jahre Befreiungsfahne“ feierte, wobei der Schützenverein für die Organisation zuständig war. Im Januar 2016 wurde Gregor Schulzek Bohles offizieller Nachfolger, nachdem Bohle den Vorsitz abgegeben hatte und dessen Vertreter Gerhard Denker den Verein zunächst leitete. 2019 legte Gregor Schulzek sein Amt als erster Vorsitzender aus beruflichen Gründen nieder, und Bernd Mühlenfeld wurde nach 17 Jahren noch einmal zum 1. Vorsitzenden gewählt. „Die aktiven Schützen haben in diesen ganzen Jahren an unzähligen Pokalschießen benachbarter und befreundeter Vereine teilgenommen und haben Preise und Pokale errungen“, berichtete Mühlenfeld. Glückwünsche und Präsente überbrachten auch die Vertreter der örtlichen Vereine und Verbände. Für ausgelassene Stimmung bei den Gastgebern und Gästen sorgte Jan Ahlers.

Petra Preiß ist Doppel-Königin

Petra Preiß ist zum zweiten Mal Scheibenkönigin in Wietzen. Außerdem errang sie den Titel „König der Könige“. Fahnenkönig wurde Wilfried Plinke, als Scheibenträger fungierte Andre Preiß, die Vereinsfahne wurde getragen von Dieter Preiß. Bei den Jugendlichen traf Mattes Lorenscheidt am besten und wurde als neuer Jugendkönig ausgezeichnet. Vincent Bakker heißt der neue Kinderkönig, Fahnenkönigin bei den

Kindern wurde Carina Kleinschmidt, getragen wurden die Kinderscheibe von Sören Reinecke und die Fahne von Tom Kleinschmidt.

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Erstellt:
10. Juli 2019, 07:13 Uhr
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