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Suzann Dalaf von der Koordinierungsstelle Migration und Bildung, Schulleiter Dr. Matthias Akkermann und Professor Dr. Karim Fereidooni (von links). Foto: Landkreis Nienburg

Suzann Dalaf von der Koordinierungsstelle Migration und Bildung, Schulleiter Dr. Matthias Akkermann und Professor Dr. Karim Fereidooni (von links). Foto: Landkreis Nienburg

Stolzenau 09.12.2019 Von Die Harke

Sich an die eigene Nase fassen

Was hilft gegen Alltagsrassismus? / Stolzenauer Gymnasium hatte Juniorprofessor zu dem Thema eingeladen

Im Rahmen der Reihe „100 Jahre Flucht“ der „Koordinierungsstelle Migration und Bildung“ des Landkreises Nienburg war Professor Dr. Karim Fereidooni kürzlich zu Gast am Gymnasium Stolzenau.

Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hatte die Einrichtung den Juniorprofessor der Ruhr-Universität Bochum eingeladen, über das Thema „Alltagsrassismus in Gesellschaft und Schule“ zu referieren.

Die neunten und zehnten Klassen informierten sich zusammen mit den Lehrkräften der Schule über das sensible Thema und diskutierten bis lange nach Vortragsende mit dem Referenten im Zimmer des Direktors Dr. Matthias Akkermann.

Von AfD-Meldeplattform bis hin zu Rassimus an Schulen

Beginnend mit der AfD-Meldeplattform gegen Lehrkräfte schlug der Referent den Bogen zu Rassismus bei Lehrkräften sowie Schülern. Anhand unterschiedlicher Studien und mit anschaulichen Beispielen erläuterte Professor Fereidooni Strategien und Reaktionen, mit denen im Lehrerzimmer Alltagsrassismus begegnet wird: von dessen Eingeständnis über Unsicherheit, Verharmlosung und Verleugnung bis hin zu „Blame the victim“.

Welche Möglichkeiten hat die einzelne Schülerin oder der einzelne Lehrer, sich mit dem Thema auseinander zu setzen? Welche Diskriminierungserfahrungen wurden von den Anwesenden gemacht? Und welche Konsequenzen hat die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Rassismus?

Lebenslang mit Rassismus auseinandersetzen

Das Fazit des Referenten, der Juniorprofessor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum ist, lautete, dass Menschen nur dann rassismuskritisch agieren, wenn sie sich lebenslang mit dem Thema auseinandersetzen.

Dabei gehe es nicht um eine Skandalisierung, Verschiebung in den Rechtsextremismus, eine Kulturalisierung (ein starkes Hervorheben der „Kultur“ eines Individuums als Begründung für dessen Handeln) oder eine Verschiebung in die Vergangenheit, sondern um eine ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst.

Die eigenen rassistischen Vorstellungen zu erkennen und kritisch zu reflektieren, liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Person. Der Raum zum Austausch darüber kann nach Meinung des Referenten besonders gut in Schulen geschaffen werden.

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Erstellt:
9. Dezember 2019, 11:59 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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