Hasskommentare waren Thema des Workshops, an dem Schülerinnen und Schüler der IGS Nienburg auf Einladung des „Arbeitskreises Stolpersteine“ in Loccum teilnahmen. IGS Nienburg

Hasskommentare waren Thema des Workshops, an dem Schülerinnen und Schüler der IGS Nienburg auf Einladung des „Arbeitskreises Stolpersteine“ in Loccum teilnahmen. IGS Nienburg

Nienburg/Loccum 14.04.2019 Von Die Harke

Sich gegen Hasskommentare schützen

Schülerinnen und Schüler der IGS bei Workshop „Hatespeech“ an der Evangelischen Akademie Loccum

24 SchülerInnen der Integrierten Gesamtschule aus Nienburg haben auf Einladung des „Arbeitskreises Stolpersteine Rehburg-Loccum“ am Workshop „Hatespeech“ teilgenommen. Veranstalter war die Evangelische Akademie Loccum, die wiederum einen Referenten der Evangelischen Akademie zu Berlin vermittelt hatte. Timo Versemann von den NetzTeufeln aus Berlin erklärte: „Bei Hatespeech handelt es sich um Kommentare, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unterstützen; so zum Beispiel Herabsetzungen von Ausländern, Arbeitslosen, Homosexuellen, Juden, Muslime, Frauen.“

Ein Alltag ohne „social media“ ist heute kaum noch vorstellbar. Doch Cybermobbing, Shitstorms und beleidigende oder diskriminierende Beiträge nehmen immer mehr zu. Nach einer theoretischen Einführung entwickelten die Schülergruppen daher Strategien im Umgang mit diesen Hasskommentaren, die als „Hatespeech“ bezeichnet werden. Timo Versemann gab den Jugendlichen einen Methodenkoffer an die Hand, mit dem sie eigene Beiträge auf negative Kommentare „posten“ sollten. Die entstandenen Antworten wurden mithilfe von Plakaten präsentiert und reflektiert. Doch wie soll mit beleidigenden Kommentaren umgegangen werden? Hier eine kleine Auswahl der vermittelten Strategien im Umgang mit Hasskommentaren:

Es wird empfohlen sachlich zu diskutieren, sich selbst zu positionieren, sich mit den „Opfern“ zu solidarisieren oder mit Humor und Ironie zu antworten (etwa in Form von „Memes“: Das sind Bilder, die mit neuen Texten kombiniert werden; es sind Insider-Witze der Netzgemeinde). Man sollte aber auch mal ignorieren oder intervenieren, das heißt einen bösen Kommentar löschen lassen, ihn melden oder gegebenenfalls auch anzeigen.

In der Blitzlichtrunde gaben alle Jugendlichen an, gute Anregungen mitgenommen zu haben; entweder für den eigenen Umgang aber auch als Unterstützung für andere oder als Reaktion auf Hasskommentare. Das Ziel der Kommentare sollte ein freundlicherer Umgang sein, also eher eine Netzsprache im Sinne von Hopespeech!

Referent Timo verwies am Ende auf Aktionen der Facebook-Gruppe „Ich bin hier“, die aktiv gegen Hasskommentare und Hetze im Netz vorgeht; ihr Ziel ist es, das Diskussionsklima im Netz zu verbessern. Sie liken zum Beispiel respektvoll und sachlich verfasste Kommentare und teilen diese.

Am Ende entwickelte sich auf Nachfrage der Jugendlichen noch eine Diskussion zum aktuellen Paragraphen 13 (jetzt 17) zum Urheberrecht und den teils umstrittenen Upload-Filtern. Da einige Schüler etwa Videos aus Sport- oder Tanzgruppen hochladen, zeigten sie persönliches Interesse. Auch hier war Timo der richtige Ansprechpartner. Weitere Kontakte finden Interessierte auf der Website: netzteufel.eaberlin.de.

Am Nachmittag wurde der Workshop für 20 MultiplikatorInnen angeboten; auch hier nahmen Lehrkräfte, ErzieherInnen sowie Mitarbeiterinnen der Kirchen und der Jugendarbeit teil. Ihnen geht es darum, präventiv einen verantwortungsbewussten und respektvollen Umgang mit den sozialen Medien zu begleiten.

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Erstellt:
14. April 2019, 12:17 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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