Höchste Eile war geboten. Auch diese Eiche hätte nach Überzeugung von Forstamtsleiter Henning Schmidtke (rechts) und Referent Nikolaus Roggendorf jederzeit in Richtung Bundesstraße 214 umstürzen können und musste darum dringend entnommen werden. Fotos: Hagebölling

Höchste Eile war geboten. Auch diese Eiche hätte nach Überzeugung von Forstamtsleiter Henning Schmidtke (rechts) und Referent Nikolaus Roggendorf jederzeit in Richtung Bundesstraße 214 umstürzen können und musste darum dringend entnommen werden. Fotos: Hagebölling

Nienburg 17.05.2020 Von Edda Hagebölling

Sicherheit hatte oberste Priorität

Landesforsten haben an der B 214 zwischen Erichshagen und Steimbke Bäume gefällt und Unterholz entfernt

Das Waldstück entlang der Bundesstraße 214 zwischen Erichshagen-Wölpe und der Abfahrt zum Entsorgungszentrum Nienburg bereitete Nienburgs Forstamtsleiter Henning Schmidtke schon seit langem Sorge. Die Trockenheit der vergangenen Jahre hatte dazu geführt, dass besonders Fichten und Birken, aber auch einzelne Eichen umsturzgefährdet waren.

Zudem führte ein zu enger Bewuchs dazu, dass sich zahlreiche Bäume nicht richtig entfalten konnten. Hinzu kam, dass die Kronen etlicher Bäume bereits so weit über die Fahrbahn ragten, dass das Lichtraumprofil deutlich eingeschränkt war. Für Schmidtke war klar, dass in diesem besonders sensiblen Bereich, der sich über eine Länge von gut einem Kilometer erstreckt, dringend etwas passieren musste. Doch bis es am vergangenen Montag endlich losgehen konnte, waren schließlich drei Jahre vergangen.

„All die Maßnahmen, die im Rahmen dieser Verkehrssicherungsmaßnahme zu berücksichtigen waren, punktgenau zu koordinieren, stellte schon eine kleine Herausforderung dar“, so der Forstamtsleiter kurz nach Beginn der Arbeiten am Montagmittag im Gespräch mit der HARKE am Sonntag.

Unter Zuhilfenahme eines Baggers wurden in der ersten Wochenhälfte an der B 214 zwischen Erichshagen-Wölpe und Steimbke zahlreiche umsturzgefährdete Bäume gefällt. Im Vorfeld war jeder einzelne Baum in Augenschein genommen und entsprechend markiert worden.

Unter Zuhilfenahme eines Baggers wurden in der ersten Wochenhälfte an der B 214 zwischen Erichshagen-Wölpe und Steimbke zahlreiche umsturzgefährdete Bäume gefällt. Im Vorfeld war jeder einzelne Baum in Augenschein genommen und entsprechend markiert worden.

In einer Tiefe von etwa 15 Metern war in dem besonders kritischen Abschnitt zum einen jeder einzelne Baum zu begutachten. Einen weißen Punkt erhielten die, die stehen bleiben konnten, die, die weichen mussten, wurden orange-farben markiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Verkehrsführung während der Rodungsarbeiten. Zum Schutz der Auto- und Radfahrer in diesem Bereich, aber auch zum Schutz der eigenen Mitarbeiter, war die Bundesstraße halbseitig gesperrt, den Verkehrsfluss regelte eine Ampel, die von Jan-Lorenz Woitas, dem verantwortlichen Forstwirtschaftsmeister vor Ort, nicht aus den Augen gelassen wurde.

„Am mühseligsten war jedoch die Absprache mit der Telekom“, so Forstamtsleiter Schmidtke weiter. Deren Part bestand darin, die Telefonleitung, die in dem betroffenen Bereich noch oberirdisch verläuft, abzunehmen. Die dickeren Stämme werden verkauft, das Unterholz wird zu Hackschnitzeln verarbeitet.

„Natürlich hätten wir die Arbeiten gerne vor Beginn der Brut- und Setzzeit abgeschlossen“, räumt Schmidtke ein, als er dann aber vor der Entscheidung stand, die Arbeiten bis in den Herbst zu verschieben, oder zu riskieren, das womöglich zwei, drei Vogelnester den Rodungsarbeiten zum Opfer fallen, habe er sich für die Sicherheit der Auto- und Radfahrer auf der Bundesstraße 214 entschieden. Noch rechtzeitig beendet wurden dagegen die Verkehrssicherungsarbeiten in Rehden, Harbergen und Siedenburg.

Das Forstamt Nienburg mit seinen neun Revierförstereien ist für eine Fläche von 11000 Hektar zuständig, darin enthalten sind rund 500 Kilometer Waldwege. „Oberste Priorität haben natürlich die Bundesstraßen“, so Forstamtsleiter Henning Schmidtke.

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Erstellt:
17. Mai 2020, 08:45 Uhr
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