Vier Tage, bevor der Castortransport den Nienburger Bahnhof passierte, fand dort eine Mahnwache statt. Foto: BUND

Vier Tage, bevor der Castortransport den Nienburger Bahnhof passierte, fand dort eine Mahnwache statt. Foto: BUND

Nienburg 08.11.2020 Von Die Harke

„Sicherheitskonzepte völlig unzureichend“

BUND-Kreisgruppe protestierte vor Nienburgs Bahnhof gegen Castortransporte

Am vergangenen Freitag trafen sich 25 Anti-Atom-Aktivistinnen und -Aktivisten anlässlich des aktuellen Atommülltransportes vor dem Nienburger Bahnhof.

Der Gefahrentransport brachte vier Tage später hochradioaktiven Atommüll aus Sellafield (England) nach Deutschland. Die sechs Castorbehälter waren mit dem Schiff nach Nordenham und von dort auf der Schiene über Bremen, Nienburg, Hannover und Göttingen nach Biblis gebracht worden. Die BUND-Kreisgruppe Nienburg hatte zu der Mahnwache aufgerufen und war dabei von DAS NETZWERK Landkreis Nienburg unterstützt worden.

„Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Atommüllverschiebung und möchten die Bevölkerung auf diesen unsinnigen Transport hochradioaktiven Mülls durch dichtbesiedelte Wohngebiete aufmerksam machen“, erklärte Ute Luginbühl. „Dieser Transport ist hoch riskant, denn selbst der in Glaskokillen verpackte Müll strahlt noch extrem stark in die Umgebung. Wir wenden uns aber auch gegen die mangelhafte Zwischenlagerung“, ergänzte Dieter Mehring.

„Die Sicherheitskonzepte des Zwischenlagers in Biblis sind völlig unzureichend, zudem werden weitere Transporte notwendig, weil nach Ablauf der Genehmigung zur Zwischenlagerung das geplante Endlager noch nicht fertiggestellt sein wird.“

Den Atomausstieg gibt es in Deutschland nicht wirklich, solange weiter Kernbrennstoff in Gronau und Lingen produziert wird und Befürworter der Atomenergie mit eben dieser den Klimawandel bekämpfen wollen, schreibt die Kreisgruppe und fordert die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen.

„Für die gerade begonnene Endlagersuche für hoch radioaktiven Atommüll erwarten wir ein faires und transparentes Verfahren unter breiter gesellschaftlicher Beteiligung“, erklärt Jörg Brüning, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe, und beendete die Mahnwache nach rund einer Stunde.

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Erstellt:
8. November 2020, 08:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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