Heidi Reckleben-Meyer DH

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Nienburg 29.01.2017 Von Heidi Reckleben-Meyer

„Sie arbeiten also nicht?“

Hausfrauenbund – für viele klingt das wie ein Begriff aus einer anderen Zeit. Dennoch gibt es den einen oder anderen Hausfrauenbund auch im Landkreis Nienburg: Sie organisieren Fahrten, Vorträge und weitere Zusammenkünfte, wie der Uchter Hausfrauenbund (siehe auch Bericht auf Seite 20). Wer jedoch meint, dass es sich dabei um gelangweilte Hausfrauen handelt, „die nichts Besseres zu tun haben“, der irrt sich. Schon die Verbandsgründung des Hausfrauenbundes, der 2015 sein 100-jähriges Bestehen feierte (einst als „Deutscher Verband der Hausfrauen“ begann), zeigte, dass es gerade die emanzipierten, gesellschaftlich aufgeschlossenen Frauen waren, die sich in den Hausfrauenverbänden engagierten und Entwicklungen in Gang setzten, von denen heute noch junge Menschen an den Universitäten profitieren. Die Gründung des Hausfrauenbundes hatte weniger den Individualhaushalt im Blick, sondern vielmehr das gesellschaftlich-soziale Engagement.

Auch wenn die „Hausfrau“ den Haushalt mit unterschiedlichsten Aufgaben organisiert, antworten viele auf die Frage nach dem Beruf mit einem zaghaften „nur Hausfrau“. Da fehlt dann nur noch, dass das Gegenüber nachhakt mit: „Sie arbeiten also nicht?“ – Doch, den ganzen Tag!

Schön wäre, wenn sich möglichst viele Frauen und Männer dafür engagierten, dass die „Hausfrau“ eine andere Wertschätzung erfährt – das beginnt bei der eigenen Sprache und reicht bis zu Anerkennungszeiten in der Rentenversicherung.

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Erstellt:
29. Januar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 39sec

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