Die Gäste aus Nienburg an der Feuerwehrschule in Gomel. Feuerwehr Nienburg

Die Gäste aus Nienburg an der Feuerwehrschule in Gomel. Feuerwehr Nienburg

Nienburg 22.08.2019 Von Die Harke

Sie durften auch ins Sperrgebiet

Feuerwehr Nienburg unternimmt Freundschaftsreise nach Weißrussland / Gegenbesuch erfolgt im nächsten Jahr

Seit dem Jahre 1995 besteht im Rahmen der Städte- und Landkreispartnerschaft zwischen Witebsk in Weißrussland und Nienburg eine Partner- und Freundschaft zwischen der Feuerwehr Witebsker Gebiet und der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Nienburg. Eine Reisegruppe unter Leitung des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Udo Kowalzik und Ehrenstadtbrand-meister Wilhelm Schlemermeyer fuhr mit einem Pkw und einem Kleinbus nach Belarus. Ein umfangreiches Besuchsprogramm mit wirtschaftlichen, touristischen und kulturellen Angeboten hatte die Feuerwehr Witebsk organisiert. Einen Schwerpunkt bildete dabei in der ersten Hälfte der Besuchswoche der Besuch des Gebietes Gomel, das bekannt geworden ist durch die Belastungen aus der Tschernobyl-Atomreaktorkatastrophe. „Ein besonderes Erlebnis war nahe dem Ort Bragin an der ukrainischen Grenze das 2.125 Quadratkilometer große Sperrgebiet, aus dem wegen der atomaren Strahlung die seinerzeit dort lebenden Menschen evakuiert worden sind.

Dieser Sperrbereich darf nur mit besonderer staatlicher Erlaubnis betreten werden. Nationale und internationale Wissenschaftler untersuchen dort laufend die Auswirkungen der freigesetzten Strahlung. Der Reisegruppe wurde die Besichtigung in der 30-Kilometer-Sperrzone ermöglicht“, teilt die Feuerwehr mit: Verlassene Dörfer seien zu sehen, die Natur habe sie schon mit starkem Bewuchs vereinnahmt.

In dieser Zone befindet sich ein Versuchsbetrieb für Bienenwirtschaft mit Honiggewinnung, aber auch ein Pferdezuchtbetrieb und ein Dokumentationszentrum mit Ausstellung. „In derartigen Betrieben werden die Folgen, Belastungen, Auswirkungen auf die Natur und Tiere wissenschaftlich untersucht. Hier wurde allen insbesondere der Ernst der Lage durch atomare Belastungen gegenwärtig und äußerst deutlich“, heißt es weiter.

In der Stadt Turov wurde eine private Molkerei mit dem Schwerpunkt Käseherstellung überwiegend für den Export sowie das Kreismuseum besichtigt. Beeindruckt war die Gruppe von der archäologischen Ausgrabung von Fundamenten einer Kathedrale, die für museale Zwecke großflächig überdacht worden sind.

Nahe der Stadt Gomel wurde eine Fachhochschule der Feuerwehr Belarus besichtigt. Dort werden bereits Kinder im INternat aufgenommen. Erklärt wurde den Besuchern, dass sie zum Waisen oder Halbwaisen seien und dass mit anspruchsvollen Bildungsangeboten ihre Entwicklung gefördert werden solle.

In diesem Bezirk finden auch die Internationalen Camps mit ausländischen Jugendfeuerwehren statt, zu denen die Jugendfeuerwehren der Stadt Nienburg eingeladen worden ist. Hierzu fanden dann auch Abstimmungsgespräche statt.

In der Stadt Vetka stellten sich die Feuerwache sowie das örtliche Museum der Volkskunst mit seinen Exponaten zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt vor.

Die weitere Fahrt führte in die Stadt Gomel (150.000 Einwohner), in der sich unter anderem eine Besichtigung des gut Schlosses und des Schlosspark-Ensembles anschloss. Die weitere Reise führte in den Bereich Mogilov mit Besichtigung eines Museumsdorfes und eines Tierparkes mit heimischen Tieren.

Anschließend ging es in den Witebsker Bezirk mit Besichtigung von Einrichtungen und Betrieben in der Stadt sowie zu einem Empfang beim neuen Leiter der Feuerwehr Witebsker Gebiet, Oberst Sergei Meleschkin. Mit ihm wurde der Stand der Partner- und Freundschaft sowie die Fortführung erörtert. Meleschkin habe die Bemühungen und Leistungen aller bisher Beteiligten gewürdigt und erklärt, die Partner- und Freundschaft weiter fördern und beleben zu wollen.

Er dankte den Nienburger Feuerwehrkameraden Wilhelm Schlemermeyer, Stephan Ottens, Ernst-August Kahle, Peter Kiefer, für langjährige Verdienste um die Feuerwehrpartnerschaft und ehrte sie im Auftrage des Ministers des Ministeriums für außergewöhnliche Notsituationen mit dem von der Republik Belarus zum 165-jährigen Jubiläum des Bestehens der Feuerwehr Belarus herausgegebenen Orden.

„Trotz des umfangreichen Reiseprogramms und der Größe des bereisten Gebietes kam auch der feuerwehrfachliche Austausch bei verschiedenen Veranstaltungen nicht zu kurz. Die Pflege und Vertiefung der Freundschaft fand wieder im Zuge von Kameradschafts- und Folkloreabenden statt“, schreibt die Feuerwehr Nienburg weiter. In 2020 werde wieder ein Gegenbesuch aus Witebsk erwartet. Dann steht das 25-jährigen Jubiläum der Feuerwehrpartnerschaft an, das die Feuerwehr Nienburg ausrichten wird.

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Erstellt:
22. August 2019, 06:33 Uhr
Lesedauer:
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