Vertreter des Wasserverbandes „An der Führse“ vor der Kläranlage. Samtgemeinde Steimbke

Vertreter des Wasserverbandes „An der Führse“ vor der Kläranlage. Samtgemeinde Steimbke

Steimbke 09.11.2017 Von Die Harke

Sie war einst kritisch beäugt

Die Steimbker Kläranlage besteht seit 20 Jahren

Vor 20 Jahren hat der Wasserverband „An der Führse“ die Kläranlage Steimbke fertiggestellt – damals ein viel beachtetes Ereignis. In kleinem Rahmen zogen August Lustfeld, Geschäftsführer des Wasserverbandes An der Führse, „Führse“-Verbandsvorsteher [DATENBANK=188]Tim Hauschildt[/DATENBANK] und Steimbkes Samtgemeindebürgermeister [DATENBANK=232]Knut Hallmann[/DATENBANK] jetzt eine positive Bilanz des Millionenprojekts. Das hat der Wasserverband mitgeteilt. Die hohe Besucherzahl bei einem „Tag der offenen Tür“ – wie es ihn vor 20 Jahren in Steimbke gab, ist ungewöhnlich für eine Kläranlage. Dass das Interesse so groß war, lag auch an der Geschichte der Anlage. Deren Bau war nämlich, wie August Lustfeld verdeutlichte, keineswegs ausgemachte Sache: Steimbke hatte bereits seit 1967 eine Kläranlage. Auch das Kanalsystem stammte aus den 1960ern. In Rodewald war der Schmutzwasserkanal in den 1980er Jahren gebaut worden; in dieser Zeit war auch eine – seinerzeit als Pilotprojekt stark geförderte – eigene Kläranlage entstanden.

Als die alte Steimbker Kläranlage erneuert werden musste, war ursprünglich ein angepasster Neubau geplant. Inzwischen waren die Steimbker aber dem Wasserverband „An der Führse“ beigetreten. Der wies nach, dass die Rodewalder Anlage den Anforderungen nicht genügte und plante den Anschluss Rodewalds an die neue Kläranlage in Steimbke. Außerdem war es politischer Wille, die meisten Dörfer in der Samtgemeinde ebenfalls zentral anzuschließen.

Statt auf Dezentralität setzte der Führseverband mit Blick auf eine langfristig zukunftssichere und bezahlbare Lösung auf ein „Zentral-Modell“. Kostenprognose für die Kanalnetze und die Kläranlage: rund 25 Millionen Mark (heute etwa 13 Millionen Euro).

Angesichts dieser Summe sei nicht nur bei den damals Verantwortlichen einige Überzeugungsarbeit zu leisten gewesen, erinnert sich August Lustfeld: Auch etliche Bürgerinnen und Bürger sei nicht begeistert gewesen; zumal ihnen Anschlusskosten zwischen 15.000 und 18.000 Mark ins Haus standen. Mancher hielt den Anschluss an die zentrale Schmutzwasserkanalisation vor 20 Jahren noch komplett für überflüssig.

Bis heute werde die Anlage fortlaufend modernisiert und auf dem Stand der Technik gehalten. Und damals seien erstaunlich schnell auch die Kritiker überzeugt gewesen: Zum einen sei es dem Wasserverband gelungen, deutlich unter der eigenen Kostenprognose zu bleiben: Statt 25 Millionen kostete das Gesamtprojekt lediglich 20,5 Millionen Mark. Zweitens sei der Anschluss Rodewalds an die neue Anlage in Steimbke mit einer Million Mark deutlich günstiger als es das Auf- und Umrüsten der Rodewalder Kläranlage gewesen wäre. Und drittens habe sich schnell der Erfolg in den heimischen Gewässern getzeigt. So habe ein Landwirt berichtet, dass einige Wochen nach dem zentralen Anschluss seines Dorfes die Pferde wieder zum Saufen an den Graben gingen.

Steimbkes Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann, selbst Rodewalder, lobte die Zusammenarbeit mit dem Wasserverband. Der Beitritt zum Verband sei die richtige Entscheidung gewesen; das Erreichte „ein toller Erfolg“.

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Erstellt:
9. November 2017, 21:00 Uhr
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