1484 Fässer sollen von Leese nach Jülich gebracht werden. Foto: Harke-Archiv

1484 Fässer sollen von Leese nach Jülich gebracht werden. Foto: Harke-Archiv

Leese 12.08.2020 Von Die Harke

Sieben weitere Schadfässer gefunden

Atommülllager Leese: Grüne kritisieren im Landtag mangelnde Transparenz der Landesregierung

Seit Juli 2019 wurden in der Sammelstelle für radioaktive Abfälle in Leese sieben weitere, auffällige Fässer gefunden, das teilte das niedersächsische Umweltministerium jetzt auf Anfrage der Grünen im Landtag mit.

Die Fässer seien verrostet beziehungsweise würden aufgeblähte Stellen aufweisen, was auf eine unzulässige Gasbildung im Inneren hinweise.

„Die Zahl der Schadfässer, die in Leese lagern, ist von 13 auf 20 gestiegen. Doch weder die Öffentlichkeit noch die Begleitgruppe wurden darüber informiert,“ kritisiert der grüne Landtagsabgeordnete Helge Limburg in einer Pressemitteilung: „Umweltminister Olaf Lies verspricht immer wieder Transparenz, löst seine Zusagen jedoch nicht ein. Die Anwohnerinnen und Anwohner haben ein Anrecht informiert zu werden, was in den Lagerhallen vor sich geht.“

Die Grünen wollten zudem aufklären, warum die Auslagerung der Alt-Fässer aus dem Lager Leese nicht wie geplant Mitte 2019 beginnen konnte. Das Land verweist diesbezüglich auf Schwierigkeiten bei der Auslagerung der eng gestapelten Fässer. Der Abtransport solle nun im Herbst 2020 beginnen, mit 15 Monaten Verspätung.

Auch der Kostenrahmen für die Neuverpackung der Abfälle werde überschritten. Waren bislang maximal 12 Millionen Euro veranschlagt, geht die Landesregierung nun von bis zu 14 Millionen aus – eine Steigerung um über 15 Prozent.

In einem ersten Schritt sollen 60 Alt-Fässer ausgelagert werden, die unmittelbar im Eingangsbereich der Lagerhalle stehen. Die atompolitische Sprecherin Miriam Staudte hinterfragt auch die Atomtransporte durch die Region: „Nach Angaben des Landes sind für die ersten 60 Fässer zwei Atommüll-Transporte nötig. Damit käme man jedoch hochgerechnet auf die Gesamtmenge auf eine Verdoppelung der Transporte.“

Das Umweltministerium hatte bislang erklärt, dass nur 25 Transporte für die Auslagerung der 1484 Fässer geplant sind. Demnach müsste je Transport aber 60 Fässer ausgelagert werden.

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Erstellt:
12. August 2020, 20:53 Uhr
Lesedauer:
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