Am Samstag muss Gladbachs Trainer Marco Rose (M) mit seinem Team beim FC Schalke 04 antreten. Foto: Marton Monus/dpa

Am Samstag muss Gladbachs Trainer Marco Rose (M) mit seinem Team beim FC Schalke 04 antreten. Foto: Marton Monus/dpa

Budapest 17.03.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

Sieg auf Schalke Pflicht für Gladbach und Rose

Keine Ausreden mehr: Für Borussia Mönchengladbach und Trainer Marco Rose geht es nach der Champions-League-Lehrstunde gegen Manchester City nur noch darum, die Bundesliga-Saison irgendwie zu retten. Am Samstag beim FC Schalke 04 zählt nur ein Sieg.

„Wir haben jetzt nur noch die Bundesliga. Da gilt es, unsere gesamte Energie reinzulegen. Am Wochenende geht es gegen Schalke. Da wird es Zeit, dass wir uns das Ergebnis holen“, sagte Rose nach dem Achtelfinal-Aus gegen das derzeit vielleicht beste Team Europas.

In der aktuellen Form, mit sieben Pflichtspiel-Pleiten am Stück, waren die Borussen gegen das Team von Trainer Pep Guardiola sowohl im Rückspiel am Dienstag als zuvor schon im Hinspiel (je 0:2) nicht konkurrenzfähig. „Verdient raus. Wenn wir gegen so eine Mannschaft bestehen wollen, müssen wir auf Top-Level sein“, sagte Torhüter Yann Sommer und fügte seufzend hinzu: „Und das sind wir im Moment nicht.“

Die Kragenweite des viertschlechtesten Rückrunden-Teams ist aktuell nicht der Premier-League-Tabellenführer, sondern - so bitter das klingt - das seit einem Jahr schlechteste Bundesliga-Team: Schalke. Verliert Gladbach auch am Samstag, würde Rose den Club-Negativrekord von Wolf Werner mit acht Pflichtspiel-Niederlagen in Serie aus dem Jahr 1989 einstellen. Zudem würde auch die Ankündigung von Sportchef Max Eberl, die Saison definitiv mit dem im Sommer nach Dortmund wechselnden Rose beenden zu wollen, einem Belastungstest unterzogen.

„Es wird derzeit sehr viel reininterpretiert - was tatsächlich nicht da ist, was ich nicht sehe“, sagte Rose zu den anhaltenden Diskussionen um ihn. Unterstützung bekam der 44-Jährige auch von Guardiola, der sich als „großer Fan von Gladbachs Spielweise“ outete und Roses Idee vom Fußball gar als „brillant“ bezeichnete. „Sie müssen jetzt ihre Negativserie beenden. Sie werden wieder zu alter Stärke zurückfinden“, sagte der frühere Bayern-Coach und erkannte ein reines Kopf-Problem der Borussia: „Wir haben 23 der vergangenen 24 Spiele gewonnen. Für uns war es leichter, weil Gladbach die letzten sechs Spiele verloren hat. Fußballer sind Menschen.“

Geradezu menschlich war es von City auch, es gegen hoffnungslos unterlegene Gladbacher zweimal noch gnädig zu machen. Fast zynisch angesichts seines bei den Fans arg kritisierten Abgangs klangen Roses Anmerkungen zum Anschauungsunterricht: „Wir haben gesehen, wo wir vielleicht mal hinwollen; die Jungs und ich auch als Trainer.“ Dass er, um dieses Niveau eventuell auch mal erreichen zu können, den Club im Sommer dazu verlassen muss, stand unausgesprochen im Raum.

Viele Beobachter sehen einen Zusammenhang zwischen Roses Abgang und dem sportlichen Absturz. Immerhin verlor Gladbach seit der Ankündigung Roses im Februar, zum BVB gehen zu wollen, jedes Spiel. Viele Fans werfen ihm ebenfalls vor, den Club anderthalb Jahre lang zunächst auf ein anderes Level geführt, Träume geweckt und dieser Entwicklung dann den Stecker gezogen zu haben.

Tatsächlich jedoch begann die Krise viel früher. Seit Saisonbeginn agierten die Gladbacher - abgesehen von tollen Auftritten in der Champions League - nicht mehr auf dem Niveau der vergangenen Spielzeit. Schon in der Hinserie gingen Spiele unnötig verloren. Aus den vergangenen 22 Pflichtspielen sammelten die Borussen umgerechnet nur 24 Zähler. Das ist eher die Bilanz eines Abstiegskandidaten und sollte vor allen auch Rose beunruhigen.

„Am Wochenende geht es gegen Schalke. Dann haben wir eine Länderspielpause und dann noch acht Spiele. In denen wir die Chance haben, ein paar Dinge zu korrigieren. Dann schauen wir am Ende mal, für was es in der Bundesliga reicht“, sagte Rose. Gelingt es ihm nicht, die Saison noch zu retten, dürfte dies auch sein lange positives Wirken Zeit als Gladbach-Coach arg relativieren.

© dpa-infocom, dpa:210317-99-859772/3

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Erstellt:
17. März 2021, 20:21 Uhr
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