Oliver Hartmann DH

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#tgif 29.12.2017 Von Oliver Hartmann

Silvester damals und heute

Am Sonntag ist es wieder soweit, Silvester. Das Jahr 2017 ist rum, das neue Jahr fängt an und die Liste mit den guten Vorsätzen ist länger als der Bart der Witze von Kollege Mario Sasse. Als Kind der 80er gab es für mich drei große Ereignisse im Jahr: Geburtstag, Weihnachten und natürlich Silvester. Die Silvesterfeierlichkeiten liefen im Kreis der Familie ab. Damals gab es meistens Fondue, was für einen ziemlich unangenehmen Geruch in der Wohnung sorgte. Das hatte dann immer etwas den Charme einer Ruhrpott-Futterhalle. Im TV lief natürlich „Dinner for One“, „Klimbim“, Hollywood-Quatsch wie „Auf dem Highway ist die Hölle los“ und selbstverständlich begann das neue Jahr erst dann, wenn die Glocken um Mitternacht im öffentlich-rechtlichen Programm geschlagen haben.

Zum Spaßprogramm gehörten „Mensch ärgere dich nicht“, Partyhüte, Bleigießen und natürlich Feuerwerk. Feuerwerk strahlte damals eine besondere Faszination auf mich aus. 62345. Schon in den frühen Abendstunden wurden die Tüten geöffnet und alle Böller und Raketen akribisch in Tupperschüsseln verstaut. Spätestens um 21 Uhr hätten wir, dank meiner perfekten Vorbereitung, die Nachbarschaft vor Neid erblassen können. Direkt ab Mitternacht verwandelte sich der Abendhimmel in meinem Heimatort dann in ein Meer aus Farben. Genau so lief es viele Jahre ab. Party konnte ich das ganze Jahr haben, Silvester gehörte - ebenso wie Weihnachten - der Familie.

Das ist auch heute noch so. Mir tut heute nur jeder Cent Leid, der über die Jahre für Böller in die Luft geschossen wurde. Das Geld landet jetzt lieber auf dem Tisch. Statt Fondue gibt es heute Raclette. Das ist urgemütlich, leckerer, gesünder und verbreitet zudem nicht so einen miefigen Geruch. Der TV kann ausbleiben, stattdessen gibt es lustige Spiele und ausgiebige Gespräche mit einem kleinen Cocktail. Um 0 Uhr wird angestoßen, dann gerne wieder mit den Glocken des öffentlich-rechtlichen Programms. Die Kinder können dann Knallerbsen werfen und mit Wunderkerzen Licht ins Dunkel zaubern. Die Nachbarn werden nicht mehr ausgestochen, gemeinsam anstoßen ist einfach schöner. Und irgendwann fällt man müde ins Bett und fühlt sich deutlich besser als früher.

Wie ist es bei euch? Wie feiert ihr Silvester? Wie hat es sich über die Jahre geändert?

Silvester werden wieder unzählige Böller und Raketen gezündet.  refresh(PIX) / Fotolia

Silvester werden wieder unzählige Böller und Raketen gezündet. refresh(PIX) / Fotolia

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Erstellt:
29. Dezember 2017, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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