Südkreis 14.04.2017 Von Die Harke

Sind Eier besser als ihr Ruf?

Cholesterinbombe oder Proteinquelle? Stolzenauer Mediziner informiert

Osterzeit ist Eierzeit – nicht nur in schokoladiger sondern auch in ihrer natürlichen Form kommen Eier zu Ostern häufiger auf den Teller. Dabei hält sich hartnäckig das Gerücht, dass mehr als zwei bis drei Eier pro Woche nicht gesund für den Körper seien. Zu viele Eier sollen den Cholesterinspiegel im Blut in die Höhe treiben, somit die Arterienverkalkung fördern und in der Folge das Risiko einer Herzerkrankung zu erhöhen. „So pauschal ist das aber gar nicht zu sagen“, erklärt [DATENBANK=1866]Dr. Torben Jüres, Chefarzt für Innere Medizin[/DATENBANK] an den [DATENBANK=3287]HELIOS Kliniken Mittelweser[/DATENBANK] in Stolzenau. „Eier sind für gesunde Menschen also besser als ihr Ruf.“

Grund dafür ist, dass der menschliche Organismus selbst Cholesterin produziert und bei einem gesunden Menschen die eigene Herstellung sofort herunterfährt, wenn er über den Darm eine größere Menge zugeführt bekommt. „Der Cholesterinspiegel im Blut lässt sich durch das Vermeiden von Cholesterin in der Nahrung – beispielsweise in Eiern, Lachs, Scampi oder Salami – nur um etwa 10 bis 15 Prozent senken“, so Dr. Jüres.

„Aufpassen beim Verzehr von Eiern sollten Menschen mit Gefäßverkalkungen, bestimmten Herzerkrankungen, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen. Sie sollten tatsächlich nur zwei bis drei Eier pro Woche verzehren. Für alle anderen gilt: Über Ostern mal ein paar mehr Eier zu essen, ist überhaupt nicht schlimm.“

Neben dem vielbesagtem Cholesterin beinhalten Eier viele für den Menschen wichtige Inhaltsstoffe. Der Körper kann das Eiweiß von Hühnereiern besonders gut zum Aufbau von eigenen Proteinen nutzen. Zugleich enthält ein Ei neben Eiweiß auch Fett, kaum Kohlenhydrate, dafür aber eine Vielfalt an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien, die der menschliche Körper täglich braucht. Vitamin A und Betakarotin, die Vorstufe des Vitamin A, sorgen zum Beispiel für die Elastizität des Auges und ein besseres Nachtsehen.

Lecithin schützt die Leber und Dickdarmschleimhaut und verbessert die Konzentrations- bzw. Gedächtnisfähigkeit. Es vermindert zudem im Darm die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb. Durch den hohen Eiweißanteil sorgen sie darüber hinaus für eine lange Sättigung. „Wenn das keine Belohnung für eine erfolgreiche Ostereiersuche – mit möglichst viel Bewegung – ist“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der Stolzenauer Mittelweser-Klinik.

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Erstellt:
14. April 2017, 21:00 Uhr
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