Manon Garms DH

Manon Garms DH

30.11.2011 Von Manon Garms

Smartphones und Beziehungen

Wunderwerk

Neulich in einem Café: Ein älteres Paar sitzt am Tisch, vor sich Kaffee und Kuchen. Während sie angestrengt versucht, ihm etwas zu erzählen, spielt er mit seinem Smartphone. Seiner Begeisterung nach zu urteilen, hat er es noch nicht lange, denn ständig fordert er seine Begleiterin mit einem „Guck mal!“ auf, sich die Leistungen des kleinen Wunderwerks anzuschauen. Sie reagiert leicht genervt: „Du hörst mir ja überhaupt nicht zu!“ „Doch, doch, ich bin bei Dir“, antwortet er und setzt sein Smartphone auf sie an, um ein Foto von ihr zu schießen. Die Frau hält sich die Hände vor das Gesicht: „Du sollst mich jetzt nicht fotografieren!“

Ist das Smartphone ein Beziehungskiller? Vielleicht nicht, wenn beide eins haben. Dann kann jeder sich mit seinen Apps beschäftigen, Fotos machen, Videos drehen und simsen, was das Zeug hält. So wie ein Teenagerpärchen, das ich im Zug nach Hannover traf. Es gab keine Vorwürfe über mangelnde Aufmerksamkeit und keine vor das Gesicht gehaltenen Hände. Allerdings hatten die beiden Jugendlichen sich offensichtlich auch nicht viel zu sagen, denn von Nienburg bis Hannover fiel zwischen ihnen kein einziges Wort.

Manon Garms

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Erstellt:
30. November 2011, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 36sec

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