Unsplash / Tyler Franta{*BU/Fotohinweis} Foto: Unsplash / Tyler Franta{*/BU/Fotohinweis}

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10.07.2020 Von Die Harke

So verändert das Interesse an Selbständigkeit die Arbeitswelt

Selbstständigkeit ist populär in Deutschland. Die zahlreichen Vorteile, die jenes Arbeitsmodell mit sich bringt, entdecken jährlich viele Bürger neu für sich. Doch nicht nur persönliche Veränderungen gehen damit einher - auch die Berufswelt an sich wird anhand neuer Facetten geprägt.

Das deutsche Interesse an Selbständigkeit gewinnt jährlich an Zuwachs. Seit knapp 30 Jahren steigt die Anzahl an Personen in freien Berufen kontinuierlich an. Im Jahr 2019 waren es zuletzt etwa 1,4 Millionen Menschen. Die Gründe für diesen Schritt hängen hauptsächlich mit Faktoren der Autonomie zusammen. Der eigene Boss zu sein - sprich flexible Arbeitszeiten und eigenbestimmtes Arbeiten - findet dabei den höchsten Anklang. Auch höhere Verdienstmöglichkeiten sehen viele Personen als Motivation, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Die zuvor genannten Aspekte werden speziell durch die Veränderungen der Digitalisierung flächendeckend ermöglicht. Neue Konzepte der Beschäftigung wie „Industrie 4.0“ bzw. „Arbeit 4.0“ setzten vermehrt auf Personen in beruflicher Selbständigkeit. Jene Unternehmen bevorzugen Firmenstrukturen, die eine orts-, zeit- und geräteunabhängige Eingliederung von Mitarbeitern möglich macht. Beide Seiten profitieren davon gleichermaßen. Die eingesetzten Mitarbeiter werden ausschließlich am Resultat gemessen und nicht an ihrer Arbeitsweise. Die Einteilung der Teilaufgaben erfolgt somit gänzlich in Eigenregie. Aus Sicht der Unternehmer ist dieses Konzept auf andere Art mindestens genauso profitabel. Sie erleben den Vorteil, dass projektbezogenes Outsourcing deutlich einfacher funktioniert. Die Tatsache, dass jene neuen Kollegen hauptsächlich in Eigenverantwortung tätig sind, ermöglichen außerdem deutlich flexiblere Führungsstile.

Ein höheres Interesse an Selbständigkeit macht sich nicht nur bei Menschen in bestehenden Berufsgruppen bezahlt. Neue Tätigkeitsfelder, die vor allem dem digitalen Zeitalter zuzuordnen sind, bieten Interessenten der Selbständigkeit neue Perspektiven an. Vor allem im Online-Marketing werden laufend neue Berufe geschaffen, die vermehrt ohne zeitliche und örtliche Vorgaben durchgeführt werden. Suchmaschinenmarketing, Content Management oder Social Media Strategist - all jene Berufe versprechen heutzutage einen ertragreichen Berufsweg. Ebenfalls zu erwähnen ist dabei das Thema „Big Data“. Sogenannte „Data Scientists“ werden ebenfalls mehr und mehr benötigt. Durch den immer größer werdenden Fortschritt sind Unternehmen laufend auf größere Datenmengen angewiesen, die dank diesem Berufsbild ein besseres Management genießen. Der wohl trendigste Beruf, welcher das wachsende Interesse an Selbständigkeit hervorbringt, ist der „Influencer“. In diesem Zusammenhang werden die Aspekte der Selbständigkeit wohl am größten geschrieben. Die hauptsächliche Bewerbung von Produkten und die fehlende Unterstellung eines Vorgesetzten unterstreichen diese Rahmenbedingungen.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass neue Herangehensweisen an Geschäftsmodellen etabliert werden. Neben dem Freelancer oder klassischen Selbständigen findet auch die Funktion als Solopreneur laufend mehr Anklang. „Im Gegensatz zu den Freelancern und Selbstständigen haben Solopreneure ihren Fokus auf Prozesse und nicht auf einzelne Kunden oder Projekte gerichtet“, schildert Frank Hindemann, Digitalsierungsfachkenner von DIGITAL MINDS. „Seine eigenen Produkte kann er jederzeit verkaufen und erzielt somit regelmäßig ein passives Einkommen, ohne dass er dafür immer wieder neu tätig werden muss.“ In diesem Zusammenhang werden Unternehmen somit komplett eigenständig aufgezogen und sind nicht von weiteren Mitarbeitern abhängig. Vor allem mit digitalen Produkten wie E-Books, Webinaren oder Online-Kursen ist dieses Modell perfekt vereinbar. Somit wird nicht nur die Digitalisierung beeinflusst - auch das Modell der Selbständigkeit wird neue Perspektiven eröffnen.

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Erstellt:
10. Juli 2020, 17:26 Uhr
Lesedauer:
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