Kartonweise gehen Geschenke zu bedürftigen Kindern in alle Welt.

Kartonweise gehen Geschenke zu bedürftigen Kindern in alle Welt.

Landkreis 05.12.2020 Von Nikias Schmidetzki

So viele Pakete wie wohl nie zuvor

Privatpersonen und Unternehmen unterstützen „Weihnachten im Schuhkarton“ und damit notleidende Kinder

Am Ende war alles anders, wie so oft in dieser Zeit. Und doch war das Ergebnis ein gutes. Besser noch als in den Vorjahren. 1.160 Kartons gehen aus dem Landkreis Nienburg im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ auf die Reise.

Kinder in wirtschaftlich schlechter Lage sollen dadurch auch ein schönes Fest haben, Süßigkeiten, Spielzeug und neuer Kleidung inklusive.

Eigentlich, so war das auch für dieses Jahr geplant, treffen sich bis zu zwölf Leute zu einem Packtag im Langendammer Gemeindehaus. Das war nun aus mehreren Gründen nicht möglich. Einmal wird der Raum aktuell für Gottesdienste genutzt, um den Hygieneregeln gerecht werden zu können, und dann sind Treffen mit so vielen Menschen unterschiedlicher Familien schlicht nicht zulässig.

Und so kam es, dass Ann-Christin Kipka, die seit fünf Jahren zu den Organisatorinnen im Landkreis gehört, mit ihrer Familie eine Woche lang sortiert, kontrolliert und gepackt hat – und die Päckchen zum Schluss auf den Weg gebracht hat.

Vor dem Einpacken: Jede Menge Spenden stehen bereit.

Vor dem Einpacken: Jede Menge Spenden stehen bereit.

Dabei hatten sie und ihre Helfer auch ein Auge auf die Inhalte der Kartons. Nicht alles darf verschickt werden. Seife, deren Geruch auf Lebensmittel abfärben kann, Kaputtbares – dazu zählen auch Schoko-Weihnachtsmänner – oder stark Gebrauchtes gehört dazu.

Schon bevor sie leitend für die Aktion tätig war, hatte sie einige Jahre mitgeholfen. Sie sagt: „Seit ich das mache, waren es noch nie so viele Pakete.“ Ganz offensichtlich hat Corona die Menschen nicht am Spenden gehindert, eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

An verschiedenen Stellen des Landkreises haben Gruppen und Vereine gesammelt. Das Kindergottesdienstteam aus Rodewald etwa hat es schon zu einer Art Tradition werden lassen, gemeinsam für „Weihnachten im Schuhkarton“ zu packen. Auch dort mussten, so erklärt es Pastorin Nadine Hartmann, viel Ideenreichtum, Abstandsregelungen und Zeitplänen her. Zum Schluss sind dort 211 Pakete zusammengekommen.

Die Kindergottesdienst-Gruppe aus Rodewald hat auch fleißig gepackt.

Die Kindergottesdienst-Gruppe aus Rodewald hat auch fleißig gepackt.

Oder der Markloher Kultur und Ideen Treff (KIT): Auch dort haben viele Helferinnen zahlreiche Schuhkartons mit hübschem Weihnachtspapier beklebt und zum Füllen weiterverteilt. Das Weihnachtspapier stammte – ganz nachhaltig – noch aus einer Spende des Combi-Markts in Rohrsen vom vergangenen Jahr. Zusätzlich hat KIT 100 Euro an die Aktion gespendet.

Oder Hannelore Rex: Sie unterstützt im Bereich Rehburg-Loccum seit Jahren die Aktion. Dort sind in den vergangenen Wochen 273 Kartons zusammengekommen – 34 mehr als im Vorjahr.

Ulrike Gutzeit und Geschäftsführer Dr. Michael Becker von Eastman mit 153 gesammelten Schokoladenprodukten.

Ulrike Gutzeit und Geschäftsführer Dr. Michael Becker von Eastman mit 153 gesammelten Schokoladenprodukten.

Wie diese Ehrenamtlichen aus verschiedenen Bereichen des Kreises waren es viele, die dafür gesorgt haben, dass die Schnapszahl von 1111 aus 2019 übertroffen wurde – unter ihnen strickende Frauen, die Mützen, Socken, Handschuhe herstellen. Doch dankbar ist Kipka auch für die vielen Geldspenden: „Denn die Schuhkartons brauchen auch das ‚Porto‘, mit dem sie zu den Empfängerkindern gelangen können. Die Logistik ist ein großer finanzieller Faktor.“

Ausgefallen sind – ebenfalls aufgrund der Corona-Bestimmungen – Sammelaktionen in Supermärkten, wo Kunden sonst ein Teil mehr kaufen und für die Aktion abgeben konnten. Besondere Unterstützung gab es dennoch wieder von kleineren und großen Betrieben. Die Stadtwerke haben für Zupackmaterial gespendet, die Sparkasse Ardagh Glass, Avacon, die VGH sowie Landkreis und Stadt Nienburg haben Sachspenden beigesteuert. Bei der Firma Eastman hat die Belegschaft Schokolade und Schulmaterial gesammelt.

Verpackte Schuhkartons für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die in Kisten verpackt werden.

Verpackte Schuhkartons für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die in Kisten verpackt werden.

Wo genau die Geschenke aus dem Kreis Nienburg landen, ist noch nicht klar. Von Berlin aus werden die Kartons weitergeschickt. Auch hier vor Ort kann es übrigens Menschen geben, die sich über für die Aktion gedachte Dinge freuen dürfen. Was nicht verschickt werden konnte, geht an das CJD und die Nienburger Tafel, sagt Kipka.

Und ein ganz neues Ziel sollen Dinge bekommen, die auch Erwachsene Menschen dringend brauchen. „Wir unterstützen damit die Kleiderkammer in Liebenau“, sagt Elvira Flaig, die seit Jahren die Fäden in Nienburg mit in ihren Händen hält.

Weltweit engagieren sich Menschen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Empfänger der Geschenke sind Kinder in rund 160 Ländern in Afrika, Asien, Europa, Zentral- und Südamerika.

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Erstellt:
5. Dezember 2020, 16:47 Uhr
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