Da wird‘s eng: 56 Moorenten zählte der NABU am Eisloch in Steinhude. Glawe

Da wird‘s eng: 56 Moorenten zählte der NABU am Eisloch in Steinhude. Glawe

Steinhuder Meer 10.02.2017 Von Die Harke

So viele waren es noch nie!

Bruterfolge beim Moorenten-Projekt am Steinhuder Meer: 56 Moorenten zeitgleich gesichtet / Identifizierung anhand der Ringnummer

Das Projekt zur 48181 am Steinhuder Meer (DIE HARKE berichtete) verläuft erfolgreicher, als bisher angenommen: Wie der NABU erst jetzt mitteilte, wurden bereits im Dezember auf einem der Eislöcher 56 Moorenten zeitgleich erfasst – eine Zahl, die im Porjektverlauf bislang unübertroffen ist. Sie zeige, „dass sich deutlich mehr Tiere am Steinhuder Meer aufhalten, als angenommen“. „Mit Beginn des Jahres 2017 kann festgehalten werden, dass seit Projektbeginn immer einige Moorenten im Winter am Steinhuder Meer blieben. Seit 2012 sind also dauerhaft Moorenten am See zu beobachten“, freut sich [DATENBANK=2599]NABU-Projektleiter Florian Melles[/DATENBANK]. Da der große See und die meisten kleineren Stillgewässer in den Naturschutzgebieten sehr flach sind und windexponiert liegen, reichen häufig schon kurze Frostphasen von wenigen Tagen, damit sich eine geschlossene Eisdecke bildet.

„Die am Steinhuder Meer überwinternden Wasservögel versammeln sich in diesen Frostphasen entweder auf den wenigen eisfreien Flächen des Steinhuder Meeres, auf eisfreien Gräben, wie dem Südbach, im näheren Umfeld oder ziehen für einige Zeit an nahegelegene größere Fließgewässer wie die Leine bei Neustadt am Rübenberge, oder die Weser bei Schlüsselburg“, berichtet Melles.

Auch die im Rahmen des seit 2012 laufenden Wiederansiedlungsprojektes ausgewilderten Moorenten, die, mehr noch als andere Enten, auf offenes Wasser angewiesen sind, müssen zur ausreichenden Deckung ihres Nahrungshaushaltes entweder abziehen oder die kalte Zeit auf eisfreien Flächen überstehen.Vor Beginn der Wiederansiedlungen war deshalb nicht klar, wie sich die ausgewilderten Tiere im Herbst und Winter verhalten würden. Würden sie alle fortziehen und im folgenden Frühjahr teilweise wiederkehren oder würden einige Enten den Winter sogar im Projektgebiet verbringen?

Nun weiß man: Auch im Winter halten sich zahlreiche Moorenten am Steinhuder Meer auf. Seit Ende November gab es bislang drei Phasen, in denen der See und die umliegenden Stillgewässer nahezu vollständig zugefroren waren. Lediglich im Bereich der Promenade Steinhude, am südöstlichen Ufer des Sees, gab es dauerhaft ein oder mehrere Eislöcher, die teilweise von mehreren Hundert Wasservögeln genutzt werden. Anders als in den vergangenen Wintern können, an der von Spaziergängern stark frequentierten Promenade, seit Dezember erstmals auch Moorenten beobachtet werden.

„Da sich zahlreiche Tiere nicht nur im Wasser aufhielten, sondern auch auf dem Eis ruhten war es relativ einfach, einzelne Moorenten mit Spektiven oder brennweitenstarken Kameras anhand ihrer Fußringe zu identifizieren. Innerhalb weniger Tage gelangen auf diese Weise 73 Identifizierungen verschiedener Individuen anhand ihrer individuellen Ringkennungen“, so Melles. Auch diese Zahl ist im Projektverlauf bislang einmalig und zeigte den Projektverantwortlichen, dass sich noch deutlich mehr Tiere am Steinhuder Meer aufhalten, als angenommen. Zwei Moorenten trugen keine Ringe und dürften somit in freier Wildbahn geschlüpft sein, wahrscheinlich sogar bei Brutversuchen von „Projekttieren“.

Für den mittelfristigen Erfolg des Wiederansiedlungsprojektes, also der nachhaltigen Etablierung der Moorente am Steinhuder Meer, ist dies ein positives Zeichen. Je mehr Tiere sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren im Projektgebiet aufhalten, desto wahrscheinlicher ist auch, dass erfolgreiche Brutversuche gelingen und sich Traditionen aufbauen.

Nach einer längeren Frostphase, die eine geschlossenen Eisdecke des Steinhuder Meeres über nahezu den gesamten Januar 2017 bedeutete, ist die Zahl der Moorenten in Steinhude bis Ende des Monats zu diesem Zeitpunkt auf etwa zehn Tiere zurückgegangen. Zu vermuten ist, dass einige Moorenten, auch aufgrund der hohen Nahrungskonkurrenz am Eisloch, in Richtung Leine oder Weser gezogen sind. Auf der sogenannten Kleinen Leine, im Stadtgebiet von Neustadt, konnten in diesem Zeitraum Tiere erfasst werden.

Für interessierte Beobachter, die gerne mal eine Moorente in freier Wildbahn beobachten möchten bieten sich im Bereich der Steinhuder Promenade aber weiterhin gute Möglichkeiten, Moorenten zu sichten. Die Tiere halten sich dabei oft in wenigen Metern Entfernung zum Spazierweg im Bereich der Tretboothäfen auf.

Beobachtungen können an den NABU unter Telefon (05037) 9672 weitergegeben werden. Auch Informationen zum Projekt gibt es dort.

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Erstellt:
10. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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