So wenig Unfälle gab es zuletzt 2014

So wenig Unfälle gab es zuletzt 2014

Die Polizei meldet einen kräftigen Rückgang bei der Zahl der Verkehrsunfälle. Foto: Brinker

Die Polizei im Landkreis Nienburg verzeichnet für das vergangene Jahr das niedrigste Unfallaufkommen seit 2014 und zudem die niedrigste Zahl an Unfällen mit Personenschaden seit Bestehen der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die PI am Mittwoch veröffentlicht hat.

Obwohl die Zahl zugelassener Kraftfahrzeuge im vergangenen Jahr weiter angestiegen ist (+1602), sank im Landkreis Nienburg die Zahl der Verkehrsunfälle auf 2761 (-528). Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 16,04 Prozent und zudem das niedrigste Unfallaufkommen seit sechs Jahren. „Das ist ein wirklich gutes Jahr für die Sicherheit auf den Straßen gewesen – bei allem Leid das jeder Unfall trotzdem immer mit sich bringt“, sagt Leitender Polizeidirektor Mathias Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Zehn Todesopfer

Wildunfälle machen im viel bewaldeten Landkreis Nienburg weiterhin einen großen Teil der Verkehrsunfälle aus. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist stark gesunken: Mit einem Rückgang von 455 auf 370 Unfälle (-18,68 Prozent) ist sogar der niedrigste Wert seit Bestehen der PI (2004) zu verzeichnen. Aber: Zehn Personen verloren in Folge von Verkehrsunfällen ihr Leben; im Vorjahr waren es vier weniger gewesen. Schwer verletzt wurden 90 Personen (2019: 100). Auch die Anzahl aller leicht verletzten Personen sank von 513 auf 370. Die Zahl verletzter Kinder und junger Menschen ist deutlich gesunken. Das führt die Polizei auf die Pandemie mit Homeschooling und eingeschränkten Freizeitaktivitäten, aber auch auf die Verkehrssicherheitsarbeit zurück. Präventionsangebote wie die „Busschule“ sollen deshalb fortgeführt werden.

Die Verkehrsunfallfluchten sind um 72 Taten auf 498 gesunken (-12,63 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 2013. Die Aufklärungsquote beziffert die Polizei auf 40,96 Prozent (Vorjahr: 42,81 Prozent).

Risikogruppe Zweiräder

Im Landkreis Nienburg registrierte die Polizei 48 Unfälle mit Krafträdern über 125 Kubikzentimetern und somit sieben mehr als im Vorjahr (41). Ein Motorradunfall hatte tödliche Folgen für einen Beteiligten. Bei 13 dieser Unfälle wurden Personen schwer und bei 17 Unfällen Personen leicht verletzt. 17 Unfälle führten ausschließlich zu Sachschaden.

Die Gesamtzahl der Unfälle von Fahrrädern und Pedelecs reduzierte sich um 20 auf 123 (2019: 143), wobei drei Personen tödlich verletzt wurden (2019: 1). 18 Personen wurden schwer (2019: 24), 79 Personen leicht (2019: 88) verletzt. 23 Unfälle hatten lediglich Sachschaden zur Folge hatten.

Zweiradfahrende, insbesondere Radfahrende, sollten als die schwächeren Verkehrsteilnehmer eigenverantwortlich Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ergreifen, appelliert die Polizei. Inspektionsweit kamen im vergangenen Jahr fünf Radfahrende bei Verkehrsunfällen ums Leben. „Von diesen fünf Personen trug keine einen Fahrradhelm“, sagt Schröder.

Viele Alkoholfahrten

Im vergangenen Jahr stellten die Beamten 136 Fahrzeugführende (+15) unter Alkoholeinfluss fest, das ist die höchste Zahl seit 2013. 103 (+32) Autofahrer fuhren unter dem Einfluss berauschender Mittel – „ein trauriges Zehnjahreshoch“, bilanziert die Polizei. „Traurige Höchstwerte wiesen ein Pkw-Fahrer mit 3,23 Promille sowie ein Pedelec-Fahrer mit 3,1 Promille Blutalkoholkonzentration auf“, berichtet Polizeirätin Nadine Eggers, Leiterin Einsatz der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Nicht alle Fahrten blieben ohne Unfallfolge: Im Jahr 2020 wurden mit 46 Unfällen unter Alkoholeinfluss acht weniger als im Vorjahr (54) registriert. Gestiegen ist hingegen die Zahl der Unfälle unter Einfluss berauschender Mittel von drei auf neun.

Oft das Handy am Steuer

Die Beamten registrierten im Landkreis im vergangenen Jahr 1083 Geschwindigkeitsverstöße, darin enthalten waren 42 Verstöße mit der Folge eines mindestens einmonatigen Fahrverbotes. Hinzu kamen inspektionsweit 1477 Geschwindigkeitsverstöße, festgestellt durch die Verfügungseinheit. „Dass die Menschen im Straßenverkehr in Bezug auf ihre Verkehrsmoral nachlässiger werden, zeigen auch die folgenden Zahlen: 742 Verkehrsteilnehmende (+131 inspektionsweit) nutzten während der Fahrt verbotswidrig elektronische Geräte, wobei hier auch Radfahrende erfasst werden“, heißt es in der Verkehrsunfallstatistik. 989 Personen (+279 inspektionsweit) nahmen ohne angelegten Sicherheitsgurt am Straßenverkehr teil. Gerade das Thema „Ablenkung“ bleibe deshalb extrem wichtig bei den künftigen Kontrollen in beiden Landkreisen.

Weitere Lkw-Kontrollen

Speziell ausgebildete Beamte kontrollieren inspektionsweit den gewerblichen Güterkraftverkehr. Unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Güterverkehr wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Verstöße gegen Technische und Sozialvorschriften mit zum Teil empfindlichen Geldbußen geahndet werden. 14 Mal erfolgte die Untersagung der Weiterfahrt.„Wenngleich sich durch den Schwerlastverkehr in unseren Landkreisen keine Unfallschwerpunkte abzeichnen, so werden die Landkreise Nienburg und Schaumburg durch ortsansässige Industrie- und Handelsunternehmen sowie auch Durchgangsverkehr frequentiert“, weiß die Polizei. Die Bundesstraßen beider Landkreise werden häufig als Verbindung zwischen den Bundesautobahnen 2 und 7 genutzt. Deshalb sollen die Kontrollen des Schwerlastverkehrs fortgeführt werden.