02.12.2012

Software-Entwicklerin Anna Scholz geehrt

Großer Bahnhof im Nienburger Kulturwerk: i.syde im Bundeswettbewerb ausgezeichnet

Nienburg (DH). Die Firma i.syde hat einen begehrten Titel in die Wirtschaftsregion Mittelweser geholt: Das Balger Softwareentwicklungsunternehmen ist unter mehr als 2000 Bewerbungen für seine Anwendung „eye.syde“ im bundesweit ausgetragenen Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ als Sieger ausgezeichnet worden. In der Endausscheidung um die Gunst des Publikums erreichten die Kreis-Nienburger außerdem als einziges Unternehmen aus Niedersachsen die „Top Ten“. In festlichem Rahmen fand jetzt, moderiert von Nienburgs ehemaligem Bürgermeister Peter Brieber, im Kulturwerk die Preisübergabe statt.

Mit dem Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ prämiert die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank seit 2006 herausragende Projekte und Ideen, die nach Auffassung der Jury aus Wissenschaftlern, Managern, Journalisten und Politikern einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. „,eye.syde‘ ist ein lebendiges Beispiel für die Innovationsfähigkeit mittelständischer Unternehmen. Mit Kreativität und Leidenschaft setzen Sie Ihre Projekte um und schaffen alltagstaugliche Lösungen für komplexe Herausforderungen“, begründete Mechthild May-Huegemann von der Deutschen Bank die Entscheidung der Jury.

Die „komplexe Herausforderung“, von der Jury-Mitglied May-Huegemann sprach, hat es in der Tat in sich: Anwendungsentwicklerin Anna Scholz stand vor der selbst gewählten Aufgabe, ein Programm zu schreiben, das es Softwareentwicklern, Web- und Grafikdesignern erlaubt, ihr Produkt durch die Augen eines Farbfehlsichtigen zu betrachten. Sie sehen also schon bei der Arbeit, wo sie ihr Werk anpassen müssen, damit das fertige Programm, die Website, Benutzeroberfläche oder Grafik auch von Menschen mit Farbfehlsichtigkeit problemlos genutzt werden kann.

Landrat Detlev Kohlmeier würdigte neben der Auszeichnung durch die Jury vor allem auch das gute Abschneiden des kleinen Unternehmens in der Gunst des gesamtdeutschen Publikums. Er kenne i.syde schon lange und habe bereits vor einiger Zeit die Gelegenheit genutzt, sich von Anna Scholz ihr Projekt „eye.syde“ zeigen und erläutern zu lassen. Das Team der bundesweit erfolgreichen Softwareentwickler sei menschlich sympathisch geblieben, es herrsche eine angenehme Atmosphäre im Miteinander. Umso mehr freue er sich auch persönlich über die doppelte Würdigung durch Jury und Publikum.

In ihrer kurzen Präsentation erläuterte Anna Scholz die Anatomie des menschlichen Auges, verdeutlichte, wie die verschiedenen Ausprägungen von Farbfehlsichtigkeiten entstehen und demonstrierte die Funktionsweise von „eye.syde“. Das Ergebnis war für das Publikum – Normalsichtige ebenso wie Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit – überzeugend und beeindruckte auch durch die einfache Bedienbarkeit.

Wie komplex aber die Umsetzung war, ließ i.syde-Geschäftsführer Thomas Friebe in seinem Vortrag zumindest erahnen: Die junge Entwicklerin selbst organisierte für ihr Projekt mathematische Simulationsmodelle der Universität Florida und habe an den Wochenenden und nach Feierabend viel Zeit in das Vorhaben investiert. Landrat Kohlmeier zeigte sich zuversichtlich, dass Anna Scholz noch von sich hören lässt: „Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt!“

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Erstellt:
2. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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