Die Reste der noch glimmenden LGBTIQ-Fahne. Foto: Henkel

Die Reste der noch glimmenden LGBTIQ-Fahne. Foto: Henkel

Nienburg 05.06.2021 Von Die Harke

Solidarität nach Fahnenverbrennung

Der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt dankt Einsatzkräften

Der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt verurteilt den jüngsten Brandanschlag auf eine gehisste Regenbogenfahne an einem Nienburger Supermarkt.

Dazu erklärte die Co-Sprecherin Wiebke Seidel: „Der geplante Akt zeigt deutlich, dass es richtig und wichtig ist, dass wir als Zivilgesellschaft die Rechte von LGBTIQ-Personen hochhalten, uns solidarisch zeigen und uns von solchen feigen Anschlägen nicht entmutigen lassen.“ LGBTIQ steht für die sexuelle Orientierung (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, transsexuell, intersexuell, queer). Als Hauptsymbol gilt die Regenbogenfahne.

Besondere Brisanz bekommt der Vorgang durch die erst kürzlich vorgenommene Zerstörung des Mahnmals für NS-Opfer am Weserwall. Henrik Buschmann ergänzt Seidel diesbezüglich: „Wir haben in Nienburg eine starke Zivilgesellschaft, trotzdem zeigen uns die jüngsten Anschläge, dass wir für die Rechte anderer und für unsere eigenen einstehen müssen. Solche Hassverbrechen dürfen und werden in der Zivilgesellschaft nicht hingenommen.

Spaziergänger hatten vor gut zwei Wochen auf dem Gelände eines Supermarktes an der Hannoverschen Straße Personen gesehen, die sich an einem Fahnenmast aufhielten. Kurze Zeit später stand die dort gehisste Fahne in Flammen. Während die Zeugen die Feuerwehr alarmierten, flüchteten die Personen vom Gelände des Supermarktes.

„Ein solcher Angriff hat eine klare menschenfeindliche Botschaft und muss als Versuch wahrgenommen werden, dieser Menschenfeindlichkeit eine Präsenz im öffentlichen Stadtbild zu verschaffen. Dem müssen wir uns als Zivilgesellschaft entschlossen entgegenstellen. Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung darf nicht normal werden“, heißt es dazu vom Runden Tisch.

Der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Nienburg Marc Henkel hatte seinerzeit geschrieben: „Viele Unternehmen bekennen sich mittlerweile zu der Vielfalt in unserer Gesellschaft und zeigen dies mit den Erkennungsmerkmalen der LGBTIQ. Vielfalt ist bei uns in der Feuerwehr kein Thema – wir praktizieren es einfach. Wir sind alles Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden – da spielt die sexuelle Orientierung, die Herkunft oder der Glaube keine Rolle.“

Der Runde Tisch sprach der Feuerwehr Dank aus für die Löscharbeiten sowie die inhaltliche Stellungnahme, außerdem der Zivilbevölkerung für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen.

Zum Artikel

Erstellt:
5. Juni 2021, 21:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte

Karte


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.