Die Marktmeister Fortmann und Hassel am Stand des jüngsten Kindes des Nienburger Wochenmarktes, dem Senfmobil.

Die Marktmeister Fortmann und Hassel am Stand des jüngsten Kindes des Nienburger Wochenmarktes, dem Senfmobil.

06.07.2014

Sonnabends 48, mittwochs 40 Anbieter

Warum Nienburgs Wochenmarkt so (schön) ist, wie er ist: Marktmeister Marc Fortmann erzählt

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Mittwochs einen Standplatz auf „Europas schönstem Wochenmarkt“ zu bekommen, ist in der Regel kein Problem, wer seine Produkte aber an einem Sonnabend anbieten möchte, muss sich dagegen schon ein wenig gedulden. „Es gibt in der Tat eine Vormerkliste“, berichtet Marc Fortmann, im Nienburger Rathaus zusammen mit Franziska Hassel für Nienburgs Wochenmarkt zuständig. Nach Angaben des Marktmeisters und seines Vorgesetzten, Hans-Jörg Haase, sorgen Sonnabend für Sonnabend 45 bis 48 Anbieter aus allen Teilen des Landkreises Nienburg, aber auch aus Sulingen, Neustadt, Hannover und Bremervörde – und selbst aus Jork im Alten Land – dafür, dass der Nienburger Wochenmarkt ist, was er ist: ein beliebter Treffpunkt für Frühaufsteher wie für Langschläfer, die Wert darauf legen, unter ansprechenden Rahmenbedingungen frische Produkte aus der Region einzukaufen. Am Mittwoch sind es im Schnitt 40 Anbieter.

„Bei der Auswahl der Standbeschicker legen wir einerseits Wert darauf, dass der Kunde ein ausgewogenes Angebot vorfindet. Andererseits achten wir aber auch darauf, dass wir nicht zu viele gleichartige Produkte zulassen“, so Hans-Jörg Haase und Marc Fortmann.

Die Stände der Marktbeschicker sind bis zu 15 Meter lang. Der Frontmeter kostet in Nienburg 1,80 Meter. Für Stände unter drei Metern wird eine Pauschale von fünf Metern erhoben. „Niedersachsenweit liegen wir damit in einem guten Mittelfeld“, so Haase und Fortmann.

Nienburgs Haushalt profitiert von der Beliebtheit des „schönsten Wochenmarkts Europas“ dagegen nicht. „Wir haben vielmehr den Auftrag, kostenneutral zu wirtschaften“, so Hans-Jörg Haase. Aus diesem Grund stehen Marc Fortmann und Franziska Hassel in diesem Jahr etwa 68 000 Euro für den laufenden Betrieb zur Verfügung. Geld, das die Marktmeister für besondere Aktionen wie den „Winterzauber“ oder das „Frühlingserwachen“, aber auch für kleine musikalische Darbietungen und nicht zuletzt auch für Werbung ausgeben können.

Nutznießer des Wochenmarktes sind aber in jedem Fall Nienburgs Geschäftsleute. „Der Wochenmarkt verfügt über eine enorm hohe Wertschöpfung“, sind Haase und Fortmann überzeugt.

Den Wunsch der Nienburger Kaufmannschaft, die Wochenmarktzeiten weiter in den Nachmittag zu verlagern, um noch mehr vom Treiben in der Langen Straße zwischen Spargelbrunnen und Heitmann zu profitieren, können die für den Markt Verantwortlichen gut nachvollziehen. Sie wollen die Anregung noch in dieser Saison an die Marktbeschicker weiterleiten. Dass sich die Mehrheit der Anbieter von frischem Obst, Gemüse oder Fleisch aber für eine Ausweitung des Nienburger Wochenmarktes bis in die Nachmittagsstunden aussprechen wird, können sie sich dagegen kaum vorstellen. Zum einen, um die Qualität der Ware nicht zu gefährden, zum anderen, weil etliche Marktbeschicker nach Marktschluss noch alle Hände voll damit zu tun haben, alles wieder zu verstauen, bevor sie die Heimreise antreten können.

„Für Auf- und Abbau des Wochenmarktes sind jeweils zwei Stunden veranschlagt. Eine Zeitspanne, die von den Anbietern mit den größeren Ständen, wie Woelk oder Wandmacher, auch dringend benötigt wird“, so Marc Fortmann.

Ein weiterer Grund, warum Nienburgs Wochenmarkt bei größerer Nachfrage nicht einfach in Richtung C&A ausgedehnt wird, besteht nach Angaben von Hans-Jörg Haase auch darin, dass im Winterhalbjahr, wenn weniger Anbieter da sind, zu große Lücken entstehen würden. „Gerade unsere langjährigen Kunden legen Wert darauf, ihren Stand immer am gleichen Platz aufbauen zu können. Jedoch nicht in erster Linie wegen ihrer eigenen Gewohnheiten, sondern vielmehr aus Rücksicht auf den Kunden, der den Obst- oder Käsehändler seines Vertrauens nicht immer wieder aufs Neue suchen möchte“, so Haase.

Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Standbeschicker ihren angestammten Platz verlassen müssen. Zuletzt wegen der Schlamann-Baustelle. Auch bei der Diskussion um die für die Aufwertung der Innenstadt geplanten Themengärten wünschen sich die Wochenmarkt-Verantwortlichen sehr, dass auf die Marktbeschicker Rücksicht genommen wird.

Und auf die Frage nach einem geeigneten Standort für die ebenfalls diskutierten Kleinkunstbühne weist Marc Fortmann, zugleich Vorsitzender der konzert-erprobten Rockinitiative, darauf hin:

„Eigentlich haben wir eine solche Bühne ja schon. Die ehemalige – überdachte – Bushaltestelle vor ‚Apollo-Optik‘ ist meiner Meinung nach bestens geeignet.“

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Erstellt:
6. Juli 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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