Holger Lachnit DH

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Kolumnen 03.11.2017 Von Manon Garms

Sonntagsverkauf muss möglich sein

Die Absage des für morgen in Nienburg geplanten 60578 trifft die heimischen Einzelhändler hart. Sie hatten die Umsätze fest eingeplant, hatten Personal organisiert und Ware geordert. Dass die Gewerkschaft Verdi aus Hannover auf die Einhaltung von Gesetzen pocht und eine Einstweilige Verfügung gegen die Genehmigung des „Verkaufsoffenen“ erwirkt, ist ihr gutes Recht. Die Stadt Nienburg musste der Gerichtsentscheidung folgen und die Genehmigung zurückziehen.

Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass sich die Rechtslage und die Realität voneinander entfernt haben: Auf der einen Seite stehen Internet-Konzerne wie Amazon & Co.: Sie dürfen im Internet an 365 Tagen rund um die Uhr verkaufen – und in deren Versandlagern wird an sechs Tagen pro Woche in drei Schichten gearbeitet. Auf der anderen Seite steht der heimische Einzelhandel mit seinen Ladengeschäften und seinem Personal, der sich an die gesetzlichen Öffnungszeiten halten muss.

Umso wichtiger wäre es gewesen, wenn sich Nienburg am Sonntag als Einkaufsstadt hätte präsentieren können. An jedem verkaufsoffenen Sonntag ist die Innenstadt voll, und die Kassen klingeln. Viele Kunden kommen von außerhalb des Landkreises und nutzen den Sonntagseinkauf gezielt, weil sie unter der Woche nicht nach Nienburg kommen. Diese Umsätze sind nun unwiederbringlich verloren.

Es geht nicht darum, die Ladenöffnungszeiten komplett freizugeben. Es geht darum, dem lokalen Einzelhandel an einigen wenigen Terminen im Jahr einen Sonntagsverkauf zu ermöglichen. Die dabei erzielen Sonderumsätze müssen weiterhin möglich sein. Anderenfalls ist zu befürchten, dass die Einkaufsvielfalt – gerade in Mittelzentren wie Nienburg – langfristig sinken wird.

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Erstellt:
3. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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