Nienburgs Bahnhof wirft kein gutes Bild auf die Stadt. Während sich die Stadt nach Kräften bemüht, der Lage immer wieder Herr zu werden, lassen die Anstrengungen der Bahn zu wünschen übrig. Foto: Hagebölling

Nienburgs Bahnhof wirft kein gutes Bild auf die Stadt. Während sich die Stadt nach Kräften bemüht, der Lage immer wieder Herr zu werden, lassen die Anstrengungen der Bahn zu wünschen übrig. Foto: Hagebölling

Nienburg 24.11.2019 Von Edda Hagebölling

Sorgenkind Bahnhof: Als Visitenkarte völlig ungeeignet

Die Nienburger Verwaltung strebt Quartalsgespräche mit der Bahn an

Scherben, eklige Flecken, Urin, überquellende Abfalleimer, eine Haupteingangstür, die sich auch bei Kälte nicht schließt, eine offenbar demolierte Seitentür, die durch ein Holzplatte ersetzt wurde, verschlossene Toiletten, ein außer Betrieb genommener Süßigkeiten-Automat, in dem vor kurzem noch eine Maus herumkrabbelte... Der Anblick, der sich den Reisenden am Sonntagmorgen im Nienburger Bahnhof bot, konnte gruseliger kaum sein.

„Gibt es in Nienburgs Rathaus jemanden, der für den Bahnhof zuständig ist? Wird derartigen Hinweisen nachgegangen? Wie oft wird der Bahnhof gereinigt? Wie ist eigentlich der aktuelle Stand in puncto öffentliche Bahnhofs-Toiletten? Hat die Stadt einen Draht zur Bahn? Hat man im Rathaus das Gefühl, dass sich die Bahn für Nienburgs Bahnhof interessiert? Haben sich die im Bahnhofsgebäude ansässigen Unternehmen eigentlich noch nie über den Zustand des Bahnhofs beschwert?

In das zuletzt leerstehende Bistro zieht die Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter-Unfallhilfe Landesbergen ein, um bei Bahnunfällen und großen Schadensereignissen dort eine Zentrale zu haben.

Das waren die Fragen, die besagten Reisenden an diesem Vormittag – nicht zum ersten Mal – durch den Kopf gingen. Und gleich am Montag an Nienburgs Verwaltung weitergeleitet wurden.

Von Antonia Kleinert, Pressesprecherin der Stadt, kam folgende Antwort: Der Nienburger Bahnhof wird insgesamt nicht seitens der Stadt betreut. Die Zuständigkeit der Stadt liegt – auch für bauliche Mängel – bei den öffentlichen Toiletten, der Reinigung des Tunnels und des Bahnhofvorplatzes.

Nienburgs Bahnhof von innen. Wer am Sonntag noch einen Bogen machen musste um Müll, Urin und Glasscherben, stieß am Donnerstagmorgen auf Handwerker und technische Mitarbeiter.

Nienburgs Bahnhof von innen. Wer am Sonntag noch einen Bogen machen musste um Müll, Urin und Glasscherben, stieß am Donnerstagmorgen auf Handwerker und technische Mitarbeiter.

Die Toiletten werden täglich von montags bis samstags jeweils zweimal gereinigt und der Tunnel dreimal wöchentlich vollflächig.

Die Reinigung des Bahnhofvorplatzes erfolgt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs. Die Papierkörbe werden täglich geleert, und der Vorplatz wird zweimal wöchentlich mit der kleinen Kehrmaschine und einem Laubbläser gesäubert. Neben den regelmäßigen Reinigungsarbeiten wird nach Bedarf bei groben Verunreinigungen auch außer der Reihe gesäubert.

Die Reinigung der Eingangshalle, des Vorraums vor den Toiletten, der Treppe zum Tunnel, der Fahrstuhl, die Treppenanlagen sowie die Bahnsteige werden durch die Bahn betreut.

„Seitens der Stadt wird vor dem Hintergrund der Schilderung erneut Kontakt zur Bahn aufgenommen und ein regelmäßiges Quartalsgespräch mit den verantwortlichen Mitarbeitenden angestrebt. Natürlich ist die dargestellte Situation auch für die Stadt höchst unerfreulich“, betont Antonia Kleinert ausdrücklich.

Doch es gibt auch eine erfreuliche Nachricht: Das zuletzt wieder leerstehende Bistro wurde nach Auskunft der Stadt mittlerweile von der Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter-Unfallhilfe Landesbergen von der Bahn angemietet, um bei Bahnunfällen und großen Schadensereignissen dort eine Zentrale zu haben.

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Erstellt:
24. November 2019, 10:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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