Liebenau 09.10.2017 Von Die Harke

„Soziale Brennpunkte benennen und Lösungen finden“

Liebenauer Präventionsrat will mit „Rundem Tisch“ relevante gesellschaftliche Gruppen einbinden / Zwei verdiente Mitglieder verabschiedet

Der Liebenauer Präventionsrat will einen „Runden Tisch“ gründen. Ziel sei, Ansatzpunkte zur Lösung gesellschaftlicher Probleme in der Samtgemeinde zu liefern und gleichzeitig Handlungsstrategien zu entwickeln, berichtete Vorsitzender [DATENBANK=152]Walter Eisner[/DATENBANK] während der jüngsten Sitzung des Gremiums im [DATENBANK=105]Hotel Sieling[/DATENBANK]. Dazu sollen all jene einbezogen werden, die in verschiedenen Problembereichen Hilfestellung geben können. „Daneben werden wir die traditionelle Präventionsarbeit im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterführen“, versicherte der Samtgemeindebürgermeister. Schwerpunkt werde dabei vor allem die flankierende Hilfe im Rahmen der Bildungs- und aufsuchenden Jugendarbeit sowie Gesprächskreise unter Einbindung relevanter gesellschaftlicher Gruppen, Schulen, Polizei, Kirchen sowie von Vereinen für Integrationsarbeit sein. Zu dem Gründungskreis gehöre neben dem Vorsitzenden zu Anfang die Integrationsbeauftragte [DATENBANK=561]Ulrike Granich[/DATENBANK] und Jugendpfleger [DATENBANK=6436]Henning Andresen[/DATENBANK]. Ulrike Granich hatte dem Präventionsrat zuvor von ihren Erfahrungen und Recherchen unter anderem über zum Teil unhaltbare Wohnsituationen berichtet.

Bei der gemeinsamen Suche nach präventiv-integrativen Handlungskonzepten und Vertrauensaufbau berichtete der Vorsitzende über andere Probleme im Ort, zum Beispiel über persönliche Beleidigungen sowie Lärmbelästigungen mit nächtlicher Ruhestörung samt Alkoholmissbrauch unter anderem an öffentlichen Bushaltestellen. Davon berichtete auch Polizeioberkommissar [DATENBANK=2325]Harald Bormann[/DATENBANK], Leiter der Polizeistation in Marklohe. Auch er erinnerte an die Schlägerei in der Ortsmitte, 57499.

Hinzu käme die Einbindung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von EU-Neubürgern vor allem aus Rumänien, Bulgarien und Polen, die in Liebenau wohnen und in der Nähe arbeiten. „Dieser Personenkreis genießt Freizügigkeit. Die Menschen können zuziehen, sie können auch wieder wegziehen. All das entzieht sich der Kontrolle des Fleckens und der Samtgemeinde“, unterstrich Walter Eisner. Dadurch entstünden besondere Herausforderungen insbesondere im Kindertagesstätten- und im Schulbereich. Insgesamt, so teilte der Vorsitzende mit, beherberge die Samtgemeinde derzeit fast 500 EU-Bürger. Das seien rund 13 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Zuvor hatte Walter Eisner kurz die jüngste Arbeit des Präventionsrates zusammengefasst. Zentraler Punkt sei im Berichtszeitraum die Unterstützung der Schulsozialarbeit als Teil der Prävention gewesen. „Diese ist eine hervorragende Form der Kooperation von Prävention, Jugendhilfe, Schule und sonstigen gesellschaftlichen Gruppierungen und dient der Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer individuellen und sozialen Entwicklung“, hob der Vorsitzende hervor. Dies sei auch wegen des hohen Ausländeranteils in Liebenau besonders wichtig.

Vor Einstieg in die Tagesordnung hatte Eisner den langjährigen Schriftführer des Präventionsrates, Jörg Seebode, sowie den Beisitzer Dietmar Scholz mit Dank und Anerkennung aus dem Gremium verabschiedet. Beide „Männer der ersten Stunde“ waren seit Gründung des Präventionsrates im Jahr 1999 dabei. Für sie hieß Eisner Liebenaus Bürgermeisterin Margit Schmidt sowie Jugendpfleger Henning Andresen als neue Vorstandsmitglieder willkommen. Über einen tragbaren Kassenbestand berichtete kurz und knapp Schatzmeister Claus Jezek. Kleinere Projekte könnten weiter unterstützt werden.

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Erstellt:
9. Oktober 2017, 21:00 Uhr
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