26.01.2014

Soziale Teilhabe nicht sehr gefragt

Bildungs- und Teilhabepaket: 720 000 Euro für die Kinder und Jugendlichen - 240 000 für die Verwaltung

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist – entgegen möglicherweise missverstandener Meldungen – nicht tot. 2011 auf Anregung von Ursula von der Leyen – damals gerade Bundesarbeitsministerin – eingeführt, um die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen aus finanzschwachen Familien einzudämmen, ist nach wie vor gefragt. Rund 720 000 Euro wurden dem Landkreis Nienburg allein im Jahr 2012 aus Bundesmitteln für Leistungen des BuT zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen rund 240 000 Euro für Verwaltungskosten. Die Zahlen für 2013 liegen noch nicht vor. Karsten Buchholz, seit einem Jahr Leiter des Fachbereichs Soziales beim Landkreis Nienburg, rechnet aber damit, dass der neue Wert höher ausfallen wird. „Wir verzeichnen eine kontinuierliche Steigerung von Anträgen“, so der ehemalige stellvertretende Chef des Nienburgs Jobcenters. Beim Landkreis Nienburg fallen die Kinder von Wohngeldempfängern und Empfängern von Kinderzuschlägen in die Zuständigkeit des Fachbereichsleiters, beim Jobcenter waren es die Kinder von Eltern, die Anspruch auf das ALG II hatten.

Die von Torsten Rötschke, beim Landkreis Nienburg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, übermittelten Zahlen verdeutlichen, dass mit rund 260 000 Euro der größte Posten für Schulbedarf ausgegeben wurde. Mit rund 183 000 Euro folgte die Lernförderung, die mehrtägigen Klassenfahrten schlugen mit 132 000 Euro zu Buche. Mit knapp 50 000 Euro nicht so stark nachgefragt waren Zuschüsse für die soziale bzw. kulturelle Teilhabe. „In diesem Bereich köen wir keine neuen Schichten erreichen“, räumt Buchholz beim Treffen mit der Harke am Sonntag ein.

Bis zu zehn Euro stehen jedem Kind im Monat für die soziale oder kulturelle Teilhabe zur Verfügung. Geld, das beispielsweise für die Mitgliedschaft in einem Verein ausgegeben, aber auch für den Kauf einer Blockflöte angespart werden kann.

Warum diese Mittel vergleichsweise wenig nachgefragt sind, kann Karsten Buchholz nur mutmaßen. „Vielleicht scheuen Eltern und Vereine vor dem Ausfüllen der Formulare zurück, vielleicht haben gerade aber auch in Orten, in denen jeder jeden kennt, die Eltern Skrupel, sich dem Kassenwart des Sportvereins zu offenbaren“, so der Fachbereichsleiter.

Insgesamt leben im Landkreis Nienburg rund 4000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die einen Anspruch auf BuT-Fördermittel hätten.

Die Leistungen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabe-Paketes in 2012 im Überblick:

• Eintägige Schul- und KiTa-Ausflüge: 11.336 Euro • Mehrtägige Klassenfahrten/ KiTa-Ausflüge: 131 899 Euro • Leistungen für Schulbedarf: 261 666 Euro • Schülerbeförderung: 25 901 Euro • Lernförderung: 182 844 Euro • Mittagsverpflegung: 60 661 Euro • Soziale/kulturelle Teilhabe: 48 107 Euro • Mittagsverpflegung Hortkinder: 2 610 Euro

Summe: 725 028 Euro

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Erstellt:
26. Januar 2014, 00:00 Uhr
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