Landkreis 04.05.2018 Von Die Harke

Sozialen Wohnungsbau ausbauen

Akteure der diakonischen Arbeit vor Ort wollen der Diakonie-Kampagne „Unerhört!“ Taten folgen sehen: bezahlbare Wohnungen schaffen

Unerhörten in dieser Gesellschaft eine Stimme und ein Gesicht geben, will die Diakonie-Kampagne „Unerhört!“. Damit schafft die Diakonie Deutschland eine Plattform für eine öffentliche Debatte gegen Ausgrenzung und für mehr soziale Teilhabe. Die bundesweite Initiative ruft zum Zuhören auf.

Das sei ein erster Schritt, meinen Matthias Mente von der Beratungsstelle Wohnwege, Roland Rinaldo von der Herberge zur Heimat, Heinrich Behneking von der Ambulanten Hilfe für wohnungslose Frauen und Männer sowie Marion Schaper vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Nienburg. Dem müssen zwingend Taten folgen. Der soziale Wohnungsbau müsse ausgebaut und für Investoren attraktiv gemacht werden ist die Meinung der Mitarbeitenden der örtlichen diakonischen Arbeit. „Der Kampf um bezahlbare Wohnungen polarisiert und spaltet die Menschen“, sagt Schaper.

Personengruppen, die die verfehlte Wohnungsbaupolitik der letzten Regierungen nicht zu verantworten haben, würden nun zu Sündenböcken gemacht – wie die Geflüchteten.

„Die Beratungsstelle Wohnwege beobachtet eine zunehmende Diskriminierung von Wohnungssuchenden, die auf Leistungen vom Jobcenter oder vom Sozialamt angewiesen sind“, sagt Mente. „Dies gilt auch für Obdachlose“, sagt Behneking von der Ambulanten Hilfe. Beide wünschen sich, dass die Sorgen und Nöte der Menschen in Wohnungsnot bei Politik und Behörden nicht unerhört bleiben.

„Mit unserer Kampagne geben wir Menschen eine Stimme, die sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen: den Obdachlosen, Flüchtlingen, Homosexuellen, Hartz-IV-Empfängern, Alten und vielen anderen Gruppen. Wir treten damit ein für eine offene, lebendige und vielfältige Gesellschaft“, hatte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie gesagt: „Dabei spielen wir ganz bewusst mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs, Unerhört!‘. Er soll provozieren und den Blick auf Menschen am Rande der Gesellschaft lenken, die sich unerhört fühlen.“

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Erstellt:
4. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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