Altweibersommer – schon das Wort ist zauberhaft. Foto: adobe stock

Altweibersommer – schon das Wort ist zauberhaft. Foto: adobe stock

Landkreis 15.09.2020 Von Holger Lachnit

Spätsommer und Altweibersommer

Guten Tag – ein Kommentar

Der Spätsommer zeigt sich derzeit von seiner schönsten Seite. Laut wetter.de soll es heute und morgen Temperaturen um die 30 Grad geben. Ab Donnerstag gehören jedoch laut Vorhersage hochsommerliche Temperaturen der Vergangenheit an. Dann pendeln sich die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad ein. Der Altweibersommer kommt.

Der Altweibersommer tritt meist ab Ende September, also etwa unserem kalendarischen Herbstbeginn, auf, und das regelmäßig: In fünf von sechs Jahren hält er bei uns Einzug, und das laut Aufzeichnungen seit etwa 200 Jahren.

Was den Begriff „Altweibersommer“ angeht, so ist man sich weitgehend einig, dass man dessen Ursprung nur vermuten kann. In einer Theorie geht die Bedeutung des Wortes „Altweibersommer“ auf die zarten Fäden kleiner Spinnen zurück, an denen die Tiere durch die Luft schweben. Die Fäden sind in dieser Zeit oft mit Tau bedeckt und in der Morgensonne gut zu sehen. Eine Theorie besagt, der Begriff leite sich vom altdeutschen „Weiben“ (Weben) ab, eine andere, die Fäden erinnerten an die silbergrauen Haare alter Frauen.

Übrigens: 1989 klagte eine 77-jährige Darmstädterin gegen die Bezeichnung „Altweibersommer“. Der Name diskriminiere sie nicht nur als Frau, sondern auch wegen ihres Alters. Das zuständige Landgericht war jedoch anderer Meinung: Der „Altweibersommer“ durfte seinen Namen behalten – immerhin stamme der schon aus einer Zeit, in der die beleidigte Klägerin noch gar nicht geboren war.

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Erstellt:
15. September 2020, 05:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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