Der Landkreis rät zur Mahd „1x pro Jahr ab 1. August“. Foto: twixx / Adobe Stock

Der Landkreis rät zur Mahd „1x pro Jahr ab 1. August“. Foto: twixx / Adobe Stock

Landkreis 15.06.2021 Von Annika Büsching

Meinung des Tages: Spagat am Straßenrand

Es wächst! Oder? Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass Getreide, Sträucher, (Un-)Kräuter und Gräser es im Moment besonders gut meinen? Als wollten sie nach der langen Kälte beweisen, dass doch Leben in ihnen steckt. Autofahrer stellt der Wachstumsschub vor Herausforderungen: Wegen eingeschränkter Sicht geht es gerade an Kreuzungen manchmal nur im Schneckentempo voran.

Denen, die für die Mahd zuständig sind, sind mehr oder weniger die Hände gebunden, denn der Gesetzgeber schützt die Tiere, die Wegeseitenräume als Rückzugsort nutzen. Sie dürfen während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis 15. Juli nicht gestört werden. Der Landkreis rät zur Mahd „1x pro Jahr ab 1. August“. Doch es gibt einschränkende Ausnahmen: „Ein früherer Mahdtermin, in sensiblen Bereichen, wie Schulwegen, an verkehrswichtigen Straßen mit Fahrradfahrern und unübersichtlichen Einmündungen ist möglich.“

Gar nicht so einfach für die Verantwortlichen in den Straßenmeistereien und Bauhöfen, den Spagat zwischen Naturschutz und Sicherheit zu leisten.

Im Deblinghäuser Ortsrat vergangene Woche mutmaßte ein Bürger, an Bundes-, Land- und Kreisstraßen werde die Regel etwas großzügiger ausgelegt als an den Gemeindestraßen. Letztlich liegt die Entscheidung und damit auch die Verantwortung immer bei dem, der das Mähfahrzeug steuert. Aber auch unsereins kann etwas tun: Nicht den Rasenmäher anschmeißen – wohl aber umsichtig fahren und lieber einen zweiten Blick wagen.

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Erstellt:
15. Juni 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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Wehrs Hartmut 15.06.202108:26 Uhr

Wenn das Gras höher als die Leitpfähle ist und eventuell sogar umkippt und Fahrbahn verengt dann muß auf Sicherheit der Verkehrteilnehmer umbedingt gemäht werden und der Naturschutz hinten anstellen. Grundsätzlich bis nach den 15. Juli zu warten halte ich für falsch. Unkräuter samen aus und über den Seitenraum gelangen die auf die Äcker und die Landwirte die immer weniger Pflanzenschutz anwenden dürfen haben den Schaden.Man sollte mehr auf die Praxis hören und nicht die einseitige sichweise des Nabus als nur das Gute ansehen.

Wehrs Hartmut 15.06.202108:28 Uhr

Wenn das Gras höher als die Leitpfähle ist und eventuell sogar umkippt und Fahrbahn verengt dann muß auf Sicherheit der Verkehrteilnehmer umbedingt gemäht werden und der Naturschutz hinten anstellen. Grundsätzlich bis nach den 15. Juli zu warten halte ich für falsch. Unkräuter samen aus und über den Seitenraum gelangen die auf die Äcker und die Landwirte die immer weniger Pflanzenschutz anwenden dürfen haben den Schaden.Man sollte mehr auf die Praxis hören und nicht die einseitige sichweise des Nabus als nur das Gute ansehen.


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