Der Wegeseitenrand entlang der Kreisstraße in Darlaten nach der Mahd. Bauer

Der Wegeseitenrand entlang der Kreisstraße in Darlaten nach der Mahd. Bauer

Landkreis 22.06.2019 Von Edda Hagebölling

Spagat zwischen Naturschutz und Sicherheit der Autofahrer

Bei der Straßenmeisterei Lemke unterscheidet man bei der Pflege der Wegeseitenränder zwischen intensivem und extensivem Bereich

Die Pflege der Wegeseitenränder an den Straßen in Stadt und Kreis sorgt immer wieder für Diskussionen. Für die Straßenmeistereien und Bauhöfe gilt es, den Spagat hinzubekommen zwischen dem Schutz der Natur und der Sicherheit der Autofahrer.

Der Fachdienst Naturschutz im Landkreis Nienburg hatte schon frühzeitig betont: Weil die Wegeseitenränder vielen Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsort dienen, leisten sie einen immer wichtiger werdenden Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie zu fangen, sie zu verletzen oder ihre Entwicklungsmöglichkeiten in der Natur zu beschädigen.

Zur adäquaten Pflege der Seitenränder gehören der Verzicht auf den Einsatz von Spritz- und Düngemitteln sowie unnötiges Befahren. Außerdem ist es wünschenswert, dass möglichst nicht gemulcht wird und ein gegebenenfalls notwendiges Mähen abschnittsweise erfolgt. Um einen Beitrag zur ungestörten Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt zu leisten, sollte eine Mahd daher möglichst spät im Jahr erfolgen, also Ende Juli, Anfang August. Wünschenswert ist eine Mahd in jedem Fall erst nach der Vogelbrut und dem Aussamen der Blühkräuter. Die Bodendecke auf Wiesen und an Hecken darf nicht abgebrannt werden.

Uwe Könemann, Leiter der Straßenmeisterei in Lemke, ist mit der Problematik der Pflege der Wegeseitenränder bestens vertraut. Seine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu sorgen.

Bei der Pflege der Wegeseitenränder unterscheidet er zwischen intensiven und extensiven Bereichen. Gängige Praxis sei, in den intensiven Bereichen immer dann, wenn das Gras an den Straßenrändern zu hoch werde, einen Meter bis 1,20 Meter ab Asphaltkante zu mähen. „Wo aber zu befürchten ist, dass das verbleibende Gras umkippt und wiederum Leitpfosten, Verkehrsschilder oder den Blick in Einmündungen oder Kurven verdeckt, wird auch ein zweiter Streifen gemäht“, so Könemann weiter.

Im Bereich der Straßenmeisterei Lemke werden diese Arbeiten von den eigenen Mitarbeitern und mit den eigenen Fahrzeugen ausgeführt. Wo das nicht möglich ist, werden Firmen beauftragt. In Lemke wird in der Regel um 7 Uhr morgens mit der Arbeit begonnen, bei extremen Witterungsverhältnissen – wie etwa der angekündigten Hitze – ist aber auch ein Arbeitsbeginn ab 6 Uhr möglich.

In diesem Jahr wurden die Wegeseitenränder im Einzugsbereich der Straßenmeisterei Lemke an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erst einmal gemäht. Diese Arbeiten sind nach Auskunft von Uwe Könemann auch erst vor kurzem vorgenommen worden. Die Arbeiten in den extensiven Bereichen – Straßenseitengräben und ähnliches – erfolgen im Herbst.

Und vor der Mahd. Bauer

Und vor der Mahd. Bauer

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Erstellt:
22. Juni 2019, 19:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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