Kunsthistorikerin Saskia Timmas hat die Gemäldesammlung inventarisiert. Foto: Stadt Nienburg

Kunsthistorikerin Saskia Timmas hat die Gemäldesammlung inventarisiert. Foto: Stadt Nienburg

Nienburg 26.04.2020 Von Die Harke

Spannend und vielseitig

Städtische Kunstsammlung ist inventarisiert / Landschaftsverband und Stiftung fördern das Projekt

Die Kunsthistorikerin Saskia Timmas war seit Oktober vergangenen Jahres damit betraut, die über 500 Gemälde umfassende Kunstsammlung der Stadt Nienburg fachlich zu inventarisieren und fotografisch zu dokumentieren (DIE HARKE berichtete). Nun sind ihre Arbeiten abgeschlossen, und ein erstes Fazit kann gezogen werden.

Betreut wird der städtische Kunstbesitz durch das Stadt- und Kreisarchiv Nienburg, in dessen Magazin sich das Gemäldedepot befindet. Viele der Bilder hängen im Nienburger Rathaus und in den Außenstellen der Stadtverwaltung.

Kadziks „Sommerstrauß“. Foto: Stadt Nienburg

Kadziks „Sommerstrauß“. Foto: Stadt Nienburg

Das Gros der Gemälde stammt aus Schenkungen von Kunstschaffenden, die im Gegenzug zu der Möglichkeit, im Rathaus, dem Posthof oder dem Theater ausstellen zu können, eines ihrer Werke „hergaben“. Andere Bilder stammen aus Nachlässen oder sind Dauerleihgaben. Nur vereinzelt wurden Werke von der Stadt Nienburg angekauft.

Größere Sammlungen regionaler Künstler

Daneben gibt es größere Sammlungen regionaler Künstler und Künstlerinnen wie die mit Werken von Gunter Stolze, Chrisanta-Maria Aescht Rista, Friedrich Deckner oder Herbert Poeck. Auch der belorussische Künstler Wladimir Wolnow aus Witebsk hat der Stadt Nienburg aus Verbundenheit einen Teil seines Werkes übereignet. Überhaupt finden sich aus allen Partnerstädten Nienburgs Gemälde in der Sammlung wieder.

Von besonderem Wert sind die Werke von Ernst Thoms und Hans Ludwig Fischer-Nienburg. Vor allem neusachliche Gemälde von Thoms werden im Ernst-Thoms-Kabinett im Rathaus präsentiert. Im angrenzenden Sitzungszimmer hängt das großformatige Triptychon von Fischer-Nienburg aus dem Jahr 1925.

Die Bilder sind nicht nur fachlich inventarisiert und fotografisch dokumentiert, sondern werden darüber hinaus nach Überspielung der elektronischen Erfassungsdaten in unsere Archivdatenbank online recherchierbar sein.

Patricia Berger, Stadt- und Kreisarchivarin

„Hervorzuheben ist die Vielseitigkeit der Nienburger Kunstsammlung, die Werke aus dem 19. bis 21. Jahrhundert beherbergt und in der viele unterschiedliche Kunstschaffende vertreten sind“, sagt Kunsthistorikerin Saskia Timmas. Von Herta Amorelli bis Wilhelm Wieger sind es Künstlerinnen und Künstler, die sich in Nienburg einen Namen gemacht haben und die auch in so mancher Privatsammlung zu finden sind, darunter Rudolf Herzsprung, Ruth Schein, Gerd Kadzik, Sieglinde Ketterer, Günter Tollmann oder Heike Czerwonka-Dörges, um beispielhaft einige herauszugreifen.

Guter Zustand der Sammlung

„Insgesamt gut“, bewertet Timmas den Zustand der Sammlung, „auch wenn einige Bilder restaurierungsbedürftig sind und mancher Rahmen gerichtet oder ausgetauscht werden muss“. Mit ihrer Diversität an Stilrichtungen und der Vielzahl an gut erhaltenen Werken bilde die Sammlung eine solide Grundlage für die Möglichkeit einer Artothek. Eine Ausleihe der Bilder lasse die Nienburger Öffentlichkeit stärker an der städtischen Kunstgeschichte teilhaben.

„Ich bin dem Landschaftsverband Weser-Hunte und der Neuhoff-Fricke Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kunst sehr dankbar.

Amorellis Arbeit „Sizilien“. Foto: Stadt Nienburg

Amorellis Arbeit „Sizilien“. Foto: Stadt Nienburg

Durch ihre Bereitstellung von Fördermitteln wurde die Inventarisierung der Sammlung überhaupt erst möglich“, sagt Stadt- und Kreisarchivarin Patricia Berger. „Die Bilder sind nicht nur fachlich inventarisiert und fotografisch dokumentiert, sondern werden darüber hinaus nach Überspielung der elektronischen Erfassungsdaten in unsere Archivdatenbank online recherchierbar sein.“

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Erstellt:
26. April 2020, 17:20 Uhr
Lesedauer:
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